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Grüner Riese: Flixbus fährt nun auch ins Ammertal.

Flixbus startet in den Ammergauer Alpen

Fernbus-Offensive beunruhigt die Bahn

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Mit einer Offensive in den Ammergauer Alpen setzt der Fernbus-Riese Flixbus nicht zum ersten Mal die Deutsche Bahn unter Druck. Das Verkehrsministerium mahnt vorsorglich, der Bahnverkehr dürfe nicht „kannibalisiert“ werden.

München/Oberammergau– Premiere in Oberammergau. Am 7. April wird dort erstmals ein Fernbus der Marke „Flixbus“ halten. Ziel der grünen Fernbusse, die künftig immer freitags, samstags und sonntags in den Ammergauer Alpen unterwegs sein werden, ist München und in der Gegenrichtung Füssen. Dazwischen liegen neben Oberammergau noch weitere Haltestellen, etwa Ettal, Schloss Linderhof, Steingaden, Halblech und das Schloss Neuschwanstein. Viele Ausflügler aus München hätte nun eine günstige Möglichkeit, direkt zu den Schlössern zu fahren oder aber sich eine beliebte Wanderregion zu erschließen, wirbt Flixbus. Tickets gibt es schon ab sieben Euro.

Nicht zum ersten Mal rückt ein Fernbus-Anbieter damit der Bahn auf die Pelle. Schon vor zwei Jahren, als Flixbus die Strecke München-Garmisch-Partenkirchen für sich entdeckte, hatte die Bahn über die unliebsame Konkurrenz geklagt. Zusammen mit der Oberlandbahn und Agilis beschwerte sich die DB beim bayerischen Verkehrsministerium. Geholfen hat das wenig. Es liegt nicht in der Kompetenz von Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU), etwa eine Fernbus-Maut einzuführen und so die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Auch jetzt bleibt der Herrmann unterstellten Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) nicht viel mehr, als das neue Angebot kritisch zu beäugen. Man lege „Wert darauf, dass die mit Steuergeldern finanzierten Nahverkehrsleistungen nicht durch andere Verkehrsträger kannibalisiert werden“, erklärt BEG-Chef Johann Niggl. Die Aufsichtsbehörden, in diesem Fall die Regierungen von Oberbayern und Schwaben, müssten darauf achten, dass „Schutzklauseln“ einzuhalten seien. Diese besagen, dass Fernbusse keine Reisenden im Nahverkehr mitnehmen dürfen. Im Fall des neuen Flixbus-Angebots führt das zu der fast kuriosen Beschränkung, dass Fahrgäste mindestens 50 Kilometer mitfahren müssen – sie dürfen beispielsweise nicht in Oberammergau ein- und in Ettal wieder aussteigen. Praktisch kontrolliert werden könne das jedoch kaum, heißt es. Auch die Deutsche Bahn, die zwischen Oberammergau und Murnau (wo Anschluss ans Netz nach München besteht) einen Bummelzug einsetzt, ist in Sorge. „Wir sehen solche Parallelverkehre kritisch“, erklärt ein Bahnsprecher. Mit den Preisen von Flixbus könne man aber „in den meisten Fällen“ mithalten, schließlich gebe es hier das Werdenfelsticket.

Ohnehin setzt der Fernbus auf einigen Paradestrecken ab München der Bahn ordentlich zu, wie aus der jüngsten Marktanalyse des Bundesamt für Güterverkehr für die Fernbuslinien hervorgeht. Demnach war die Relation München-Nürnberg nach Berlin-Dresden und Berlin-Hamburg die deutschlandweit drittstärkste Fernbus-Verbindung ist (mit 129 täglichen Fahrten im Juni 2016). Die Deutsche Bahn bestätigt für München-Nürnberg „eine deutliche Abwanderung“ vom Zug zum Fernbus – und das, obwohl sie auf der Strecke schnelle Regionalzüge einsetzt, die aufgrund druckdichter Waggons auch durch alle Tunnel mit Tempo 200 fahren dürfen.

Fernbus steckt in Laimer Unterführung fest

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