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Am Hauptbahnhof Augsburg sind sieben Flüchtlinge aus einem Güterwaggon geklettert. Vermutlich sind sie in Österreich zugestiegen.

Lebensgefährliche Aktion

Flüchtlinge klettern aus Güterzug: Augsburger Hauptbahnhof gesperrt

Sieben Flüchtlinge sind am Mittwoch aus einem Güterwaggon am Hauptbahnhof Augsburg geklettert. Ein lebensgefährliches Unterfangen. Die Gleise wurden gesperrt.

Augsburg – Ganz schön überrascht waren wohl einige Passanten am Mittwoch am Augsburger Hauptbahnhof. Plötzlich kletterten gegen 9.35 Uhr sieben Personen aus einem Güterwagen, der im Gleisbereich stand. „Es waren Flüchtlinge. Wir gehen davon aus, dass sie bereits in Österreich die Plane des Waggons aufgeschnitten haben und so eingebrochen sind“, erklärt ein Polizeisprecher gegenüber unserer Online-Redaktion. Die Einreise hätte für die Männer tödlich enden können – schließlich herrscht auf der Oberleitung Hochspannung.

Drei der afrikanischen Flüchtlinge sind noch minderjährig

„Zwei der sieben Männer sind allerdings in Richtung Innenstadt gelaufen bevor Polizei oder Feuerwehr vor Ort waren“, so der Sprecher. Bei den anderen fünf handelt es sich um zwei Kongolesen, einen Mann aus Kamerun und zwei von der Elfenbeinküste. Drei von ihnen sind minderjährig, zwei nur wenig älter. Inzwischen sind die Afrikaner in Aufnahmelagern in Augsburg und Donauwörth untergebracht. Nach den anderen beiden wird nicht gefahndet.

Auf den Waggons herumzuklettern sei der Augsburger Feuerwehr zufolge ein lebensgefährliches Unterfangen gewesen. Demnach kann es bereits tödlich sein, wenn Personen näher als 1,5 Meter an einer Oberleitung stehen. Der Fahrdraht habe eine Spannung von mindestens 15000 Volt.

Augsburger Hauptbahnhof während des Einsatzes gesperrt

Zum Schutz der Flüchtlinge und der Feuerwehr wurde die Oberleitung während des Einsatzes abgeschaltet. Der Bahnhof war kurzzeitig komplett gesperrt. „Die Gleise 1 bis 4 konnten wir sehr schnell wieder freigeben“, so der Polizeisprecher. Nur das Gleis, auf dem der Güterzug stand, sowie das daneben waren bis etwa 11.20 Uhr gesperrt. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen.

Ein Flüchtling erlitt kurz nach der Rettung einen Schwächeanfall. Später durchsuchte die Polizei auch die anderen Waggons. Weitere Personen wurden allerdings nicht gefunden.

Im März hatten fünf Flüchtlinge auf einem Zug in Rosenheim für einen Großeinsatz gesorgt. 

rm

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