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Flüchtlinge in Pfarrheim von Regensburg. Dürfen die 36 Menschen bleiben?

Gerüchte um bevorstehende Räumung

Flüchtlinge wollen Pfarrheim nicht verlassen - Polizei vor Ort

Regensburg - Rund um das Pfarrheim in Regensburg nimmt die Polizei Aufstellung. In dem Gebäude beherbergt das Bistum seit zwei Wochen 36 Flüchtlinge. Der Bayerische Flüchtlingsrat hatte angegeben, dass die Räumung bevorstehe. 

Es ist eine aufgeheizte Stimmung. Die in einem kirchlichen Gebäude in Regensburg untergekommenen Flüchtlingsfamilien wollen bleiben. Das Bistum plant auch keine Räumung, sähe es aber gerne, wenn die Migranten in ihr Flüchtlingsheim zurückkehrten.

Die seit zwei Wochen unter kirchlicher Obhut stehenden Flüchtlinge in Regensburg wollen das Pfarrheim nicht verlassen - und müssen es nach dem Willen des Bistums vorerst auch nicht. „Wir gehen nicht raus“, sagte Albana Ademi aus dem Kosovo. Die Polizei verstärkte am Mittwoch zwar ihre Präsenz vor dem Gebäude, betonte aber, es sei keine Räumung geplant.

Die Flüchtlinge fühlen sich unter Druck gesetzt

Die 36 Flüchtlinge, darunter 16 Kinder und 2 Jugendliche, unter anderem aus Albanien, Mazedonien und Serbien, fühlten sich von der katholischen Kirche unter Druck gesetzt, erläuterte ihre Sprecherin. „Sie wollen, dass wir das Pfarrheim verlassen. Aber wir haben die Tür geschlossen.“ Keineswegs wolle die Gruppe wieder in eine staatliche Flüchtlingsunterkunft zurückkehren, sagte Ademi.

Polizei und Bistum versichern: Keine Räumung

Der Polizeisprecher Marco Müller dementierte Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrates, wonach eine Räumung des Pfarrheimes unmittelbar bevorstehe: „Die Information ist falsch.“ Die Polizeipräsenz diene lediglich zur Gefahrenabwehr.

Auch das Bistum Regensburg versicherte, es habe keine Räumung veranlasst. Gleichzeitig bedauerte Bistumssprecher Jakob Schötz, dass die Flüchtlingsgruppe ein Gesprächsangebot ausgeschlagen habe. „Es herrscht eine gewisse Unruhe in der Gruppe“, sagte er. Asylsozialberater versuchten mithilfe von Dolmetschern den Migranten zu verdeutlichen, dass es besser sei, in die Flüchtlingsunterkunft zurückzukehren. Denn die Forderung nach einem Bleiberecht für alle Flüchtlinge aus dem Balkan sei politisch nicht erfüllbar.

Eine Räumung des Pfarrheimes sei nach wie vor nicht geplant, sagte Schötz. Er verwies auf eine entsprechende Vereinbarung des Bistums mit den Behörden.

Fast eine Woche im Regensburger Dom ausgeharrt

Die Flüchtlinge hatten Anfang Juli Zuflucht im Regensburger Dom gesucht und dort fast eine Woche ausgeharrt, ehe sie in das Pfarrheim umzogen. Mit ihrer Aktion wollen sie für ein Bleiberecht und gegen die Einstufung von Balkan-Staaten als sichere Herkunftsländer demonstrieren.

dpa

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