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„Je schneller, desto besser“: Flüchtlingskinder in einer Grundschule.  

Schule ist "zentrale Institution der Integration"

Lehrerverband: Flüchtlingskinder schneller einschulen

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München - Der Schulbesuch muss laut Lehrerverband BLLV schneller als bisher beginnen. Die gültige Drei-Monats-Frist sei ein Hemmschuh, sagt seine Chefin Simone Fleischmann. 

Es sind erfreuliche Zahlen, die die BLLV-Chefin präsentiert: 95 Prozent der Lehrer gehen „gern oder sehr gern“ zur Arbeit, ergab eine neue Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Lehrer-Dachverbands VBE, dem der BLLV angehört. Den wichtigsten Grund unterschreiben 97 Prozent, also fast alle der befragten 1000 Pädagogen: Sie haben „Spaß an Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“. 82 Prozent finden, dass der Lehrberuf mit großer Verantwortung einhergeht. Beste Voraussetzungen also für die aktuelle Mammutaufgabe: das Unterrichten von Flüchtlingskindern. „Es ist beeindruckend, wie unaufgeregt sich die Lehrer dem stellen“, sagt Fleischmann.

In Bayern sind es vor allem Grund- und Mittelschulen, die die Flüchtlingskinder aufnehmen. Es gibt verschiedene Modelle: Zum einen so genannte Übergangsklassen, meist an den Mittelschulen, in der bis zu 20 Kinder unterrichtet werden. Derzeit sind es 595 Klassen, Tendenz steigend. Viele Flüchtlingskinder gehen zweitens aber auch in reguläre Grundschul- oder Mittelschulklassen, erhalten aber parallel dazu eine Extra-Portion Deutsch in so genannten Förderklassen. Mehrere hundert solcher Klassen gibt es in Bayern. Drittens Berufsschulen: Sie sind für jugendliche Flüchtlingskinder wichtig. Es gibt 670 Berufsintegrationsklassen in Bayern. Dabei lernen die jugendlichen Flüchtlinge Deutsch und schnuppern in Berufe rein.

Schule ist "zentrale Institution der Integration"

Diese Konzepte seien richtig und gut, sagt die BLLV-Präsidentin. Sie nannte die Schule „die zentrale Institution der Integration“, sie sei „die Visitenkarte“ bei der Flüchtlingshilfe. Wo, wenn nicht in der Schule, müsse die Integration gelingen. Das sagt sie auch kritisch in Richtung Philologenverband, dessen Präsident das in einem „Einspruch“ in unserer Zeitung jüngst bezweifelt hatte.

Kritik äußert Simone Fleischmann nur an Details. So fordert sie, die Flüchtlingskinder möglichst rasch einzuschulen. Die derzeitige Frist, nach der die Schulpflicht drei Monate nach der Ankunft in Deutschland beginnt, sei bürokratisch. „Je schneller, desto besser“, sei die Maßgabe, sagte Fleischmann.

Eine Forderung: Lehrer sollen durch Sozialpädagogen unterstützt werden

Die VBE-Umfrage zeigt zudem, wo Lehrer sich mehr Unterstützung wünschen: 61 Prozent bundesweit kritisieren, dass sie stark heterogene Klassen allein unterrichten müssen, 59 Prozent sagen, ihre Klasse sei zu groß und 53 Prozent findet, dass sie im Umgang mit schwierigen Schülern zu oft allein gelassen werden. Für Bayern sind die Prozentzahlen etwas geringer, der Tendenz nach aber gleich. Fleischmann forderte daher „multiprofessionelle Teams“ an den Schulen – Lehrer müssten zum Beispiel durch Sozialpädagogen unterstützt werden. In vielen Fällen geschehe dies auch.

Kritisch äußerte sich die BLLV-Chefin zu den Hausaufgabenhilfen, die von Helferkreisen für Flüchtlingskinder angeboten wird. Sie finde das Engagement „wunderbar“ und wolle es nicht klein reden. Aber diese Hilfe müsse mit den Profis, also den Lehrern, abgestimmt werden. Und über die Methode etwa der Alphabetisierung müsse der Lehrer das letzte Wort haben.

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