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100.000 Jacken für Flüchtlinge in Deutschland hat Henry Ngai aus Australien gespendet. (Symbolbild)

Australier Henry Ngai

Gute Tat für Flüchtlinge: Millionär spendet 100.000 Winterjacken

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Eurasburg/München – Am anderen Ende der Welt lebt ein Mann, der mit seiner Firma für Toilettenpapier Millionen verdient. Als er im Herbst im Fernsehen sah, wie die Helfer am Münchner Hauptbahnhof Flüchtlinge empfingen, beschloss er zu helfen.

Ricarda Schmidt hätte sich bei dem Vortrag, den sie im Münchner Gasteig besuchte, keinen besseren Platz suchen können. In der Reihe hinter ihr unterhielten sich zwei Flüchtlingshelfer über eine großzügige Spende vom anderen Ende der Welt.

Es ist eine Geschichte, die wie das Drehbuch für einen Film klingt. Die Hauptrolle spielt Henry Ngai. Er verließ seine Heimatstadt Hongkong Anfang der 80er Jahre, um in Australien Millionär zu werden. Das hat er geschafft – mit einer Firma für Toilettenpapier. Ngai hat mit der Produktion ein Vermögen verdient. Und einen großen Teil dieses Vermögens nutzt er seitdem, um Menschen in Not zu helfen. Im Herbst sah er im Fernsehen die Bilder vom Münchner Hauptbahnhof. Er sah verängstigte Kinder, erschöpfte Menschen – und grenzenlose Hilfsbereitschaft. Ein paar Tage später kaufte Henry Ngai 100 000 Winterjacken und organisierte ihren Transport nach Deutschland. Er wollte einen Beitrag leisten, die Helfer beim Helfen unterstützen.

Winterjacken am dringendsten gesucht

Sein Beitrag kam in Form von 5000 Paketen in Hamburg an. In jedem Paket befanden sich 20 hochwertige, wasserabweisende Winterjacken in verschiedenen Größen. Sie sind von Hamburg aus an das Rote Kreuz und Helferkreise überall in Deutschland weitergeleitet worden.

Auch Ricarda Schmidt engagiert sich in einem Helferkreis in München. „Wir haben in einer Unterkunft, in der 300 Flüchtlinge leben, erst wenige Tage vorher gefragt, was die Menschen am dringendsten brauchen“, erzählt Schmidt. Fast alle sagten dasselbe: Winterjacken. Als Ricarda Schmidt an diesem Abend von dem Vortrag nach Hause kam, begann sie zu recherchieren, fand im Internet Zeitungsberichte über Henry Ngai, der mit seinem Geld Wohltätigkeitsorganisationen auf der ganzen Welt unterstützt.

Im Landkreis Aschaffenburg tragen bereits 3000 eine Jacke des Millionärs

Am nächsten Tag erkundigte sie sich bei der Münchner Flüchtlingshilfe – und organisierte für die Menschen in der Unterkunft Jacken-Pakete. 80 Winterjacken blieben übrig. Deshalb fragte sie bei ihren Eltern nach, ob in ihrer Heimatgemeinde Eurasburg (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) ebenfalls Jacken für Flüchtlinge gebraucht werden. Auch dort stehen warme Winterjacken ganz oben auf der Wunschliste der Flüchtlinge.

Ricarda Schmidt war dabei, als die Spenden am Wochenende übergeben wurden. Auch im Landkreis Aschaffenburg tragen bereits 3000 Flüchtlinge die Jacken, die Ngai aus Australien schickte. Seine Spende hat Bayern erreicht. Dass sie die warmen Jacken einem Mann am anderen Ende der Welt zu verdanken haben, wissen die meisten Flüchtlinge nicht. Und Henry Ngai ahnt nicht, dass seine Pakete genau rechtzeitig zum Wintereinbruch bei den Flüchtlingen ankamen. Außer er sieht im Fernsehen zufällig wieder einen Bericht aus Deutschland. Bei 100 000 Jacken stehen die Chancen nicht allzu schlecht, dass im richtigen Moment ein Asylbewerber mit einer Jacke aus Australien durchs Bild läuft.

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