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Generalvikar Prälat Peter Beer: "Wir wollen nicht Gewinner der Situation sein."

Änderung bei der Kostenerstattung

Flüchtlings-Unterbringung: Kirche will weniger Miete

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München – Die katholische Kirche will von staatlichen Stellen für die Flüchtlingsunterbringung nur noch die "ortsübliche Miete minus zehn Prozent" bezahlt haben. Die Staatsregierung hätte es gerne umsonst.

Die katholische Kirche ändert ihre Haltung bei Kosten-Erstattung für die Flüchtlings-Unterbringung. Demnach soll bei der Vermietung von Häusern und Wohnungen an staatliche Stellen künftig die Formel „ortsübliche Miete minus zehn Prozent“ gelten. Die Verwaltungsanordnung gelte ab sofort. Das erklärte der Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Peter Beer, gegenüber dem "Münchner Merkur.

"Wollen nicht Gewinner der Situation sein"

Der "Münchner Merkur" hatte zuvor berichtet, dass die Kirche in Bayern trotz des Papst-Appells in den meisten Fällen Miete für Flüchtlings-Unterkünfte erhebt. Das Ordinariat hatte daraufhin die einzelnen Pfarreien abgefragt und festgestellt, dass es auch Fälle von überdurchschnittlichen Mieteinnahmen gibt. Diese Praxis will Beer abstellen. „Klar ist, dass wir nicht Gewinner der Situation sein wollen.“ Ab heute tagen die bayerischen Bischöfe in Freising zur Flüchtlingshilfe.

Auch die Evangelische Kirche in Bayern übernimmt die Flüchtlings-Unterbringung nicht kostenfrei, wie ein Sprecher dem "Münchner Merkur" bestätigte. „In der Regel übernehmen die Kommunen die ortsübliche Miete. Wir wollen damit kein Geld verdienen. Manche Kirchengemeinden überlegen, auch günstige oder kostenlose Unterkünfte anzubieten, aber viele sind finanziell nicht so gut aufgestellt, dass sie das stemmen können.“

Söder: Barmherzigkeit kennt keine Miete

Die Staatsregierung appelliert an die Kirchen, Grundstücke und Gebäude doch kostenlos für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. „Am besten wäre keine oder eine geringere Miete dafür. Barmherzigkeit braucht keine Miete“, sagte Finanzminister Markus Söder (CSU) dem "Münchner Merkur". Söder sieht Spielraum durch hohe Mehreinnahmen bei der Kirchensteuer. „Nach aktuellen Schätzungen erhalten die beiden großen Kirchen heuer in Bayern Steuermehreinnahmen von über 100 Millionen Euro. Meine Bitte an die Kirchen wäre, ob es nicht möglich ist, mehr in Hilfe und Unterbringung zu investieren.“ Für den Schutz von Menschen sei „der Staat nicht allein verantwortlich“.

Das ausführliche Interview mit Generalvikar Peter Beer lesen Sie hier.

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