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Vom Flughafen Hof-Plauen fliegen derzeit nur noch Privatflugzeuge ab.

Ungewisse Zukunft für Flughafen Hof-Plauen

Hof  - Wer derzeit vom Flughafen Hof-Plauen abfliegen möchte, steht vor einem Problem: Der Linienflugverkehr ist für unbestimmte Zeit eingestellt. Nur Privatflugzeuge dürfen noch fliegen.

Der Linienflugverkehr auf dem Flughafen Hof-Plauen ist derzeit eingestellt - Politiker suchen nun fieberhaft nach einer Lösung.

In Hof wurde am Montag heftige Kritik an der Saarbrücker Fluggesellschaft Cirrus laut, die am Freitagabend den Flugbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen ausgesetzt hatte. „Die Politik soll es jetzt wieder ausbaden“, sagte Oberbürgermeister Harald Fichtner (CSU) am Montag. Er erwarte nun zügig ein Signal des Unternehmens: „Im Moment können wir nur spekulieren. Das Einstellen des Flugbetriebes durch Cirrus kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt und bringt den Flughafen in negative Schlagzeilen.“

8000 Fluggäste nutzten nach Angaben der Stadt Hof im Jahr 2011 das Cirrus-Angebot, mit einer Linienmaschine von Hof nach Frankfurt am Main zu fliegen. 2010 zählte man noch 14.000 Passagiere - allerdings bei drei Starts pro Werktag. Zuletzt hatte Cirrus das Angebot auf zwei Starts reduziert. In Spitzenzeiten gab es 25.000 Fluggäste pro Jahr. Die öffentliche Hand subventionierte den Linienflugbetrieb in Hof 2011 mit 3,6 Millionen Euro. Die Zahlungen seien nun natürlich ausgesetzt worden, betonte Fichtner.

„Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagte der Hofer Landrat Bernd Hering (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. Stadt und Landkreis Hof, die Stadt Plauen, der Vogtlandkreis und der Landkreis Wunsiedel sind neben einem Zusammenschluss von Wirtschaftsunternehmen Gesellschafter des Flughafens. „Das ist ein herber Rückschlag“, kommentierte Hering die derzeitige Flugpause. Dabei habe sich in den vergangenen Monaten die Lage stabilisiert, Cirrus habe die Flugpläne zuverlässig eingehalten.

Verantwortung für eine mögliche Schieflage des Unternehmens Cirrus werde man nicht übernehmen, erklärte die Flughafen-Geschäftsführung am Montag in einer Mitteilung. Alle vertraglich vereinbarten Zuschüsse seien während des Linienbetriebes fristgerecht bezahlt worden. Cirrus-Geschäftsführerin Ingrid Schultheis hatte am Wochenende erklärt: „Wir haben uns aus wirtschaftlichen Gründen kurzfristig dazu entschlossen und befinden uns jetzt in Gesprächen zur Zukunft des Unternehmens.“ Am Montag war zunächst keine Stellungnahme von Cirrus zu erhalten.

Ein komplettes Aus für den Flughafen im Norden Bayerns sei auszuschließen, betonten Hering und Fichtner. Der Verkehr mit Privatflugzeugen gehe weiter. Vor allem für Firmen der Region sei der Airport sehr wichtig. „Der Flughafen an sich ist nicht in Gefahr“, sagte Hering. Konkretere Aussagen könne man aber erst treffen, wenn man nähere Informationen von Cirrus habe, sagte Fichtner. „Das Ziel soll es bleiben, Linienflüge anzubieten.“

Unterdessen fordern die Grünen im Landtag keine Subventionen mehr für den Flughafen Hof. Die Partei hat die Staatsregierung dazu aufgefordert, die Linienflüge zwischen Hof und Frankfurt am Main nicht länger finanziell zu unterstützen. “Die befristete Einstellung des Linienbetriebs der Fluggesellschaft Cirrus bestätigt unsere jahrelange Kritik an der fehlenden Wirtschaftlichkeit des von Anfang an fragwürdigen Verkehrsprojektes“, sagte die oberfränkische Abgeordnete Ulrike Gote am Montag laut Mitteilung.

Wer die Wirtschaftskraft der Region wirklich stärken möchte, “muss die Anbindung an das Fernverkehrsnetz der Bahn verbessern“. Regionalflughäfen sollten grundsätzlich nicht mehr subventioniert werden. “Bisher hat noch kein einziger deutscher Regionalflughafen die in ihn gesetzten hohen wirtschaftlichen Erwartungen erfüllen können.“ Nachdem die Fluggesellschaft Cirrus Airlines ihren Betrieb ausgesetzt hat, ist die Zukunft des Regionalflughafens Hof-Plauen ungewiss.

Zuletzt nutzten rund 8000 Fluggäste das Cirrus-Angebot, mit einer Linienmaschine von Hof nach Frankfurt am Main zu fliegen. Die öffentliche Hand subventionierte den Linienflugbetrieb in Hof 2011 mit 3,6 Millionen Euro.

dpa

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