Parkende Lufthansa-Maschinen auf dem Vorfeld des Flughafens München.
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Flughafen in der Corona-Krise: Viele Maschinen bleiben am Boden.

Konzern empfiehlt Wechsel

Jobabbau: Flughafen-Mitarbeiter sollen zu U-Bahnfahrern umschulen

  • Dirk Walter
    vonDirk Walter
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München – Der Jobabbau beim Flughafen ist beschlossene Sache. Verhandlungsteams von Arbeitgebern und Betriebsrat bei der Flughafen München GmbH (FMG) und dem Bodenabfertiger Aeroground einigten sich am Mittwoch auf einen Fahrplan für das Unternehmen, das in einer Dauerkrise steckt.

  • Am Flughafen München ist massiver Jobabbau beschlossene Sache.
  • In der Not empfiehlt der Konzern FMG seinen Mitarbeitern der Bodenverkehrsdienste, umzuschulen.
  • In nur 14 Wochen können sie U-Bahnfahrer werden.

In einer internen Erklärung, die dem „Münchner Merkur“ vorliegt, heißt es: „Die Lösungen zur Anpassung der Personalkapazität in FMG und AeroGround sollen sozialverträglich und freiwillig sein.“ In einer Vereinbarung wurden zudem betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2021 ausgeschlossen. Flughafen-Chef Jost Lammers sprach von „einer konstruktiven Atmosphäre“ bei den Verhandlungen, die auch „zügig“ über die Bühne gegangen seien.

Quereinsteiger herzlich willkommen

Stadtwerke München

Beim Flughafen beginnen nun die Bemühungen, einen Teil der Mitarbeiter für andere Unternehmen. zu begeistern. Unter anderem wird für ein Angebot der Stadtwerke München geworben. Das Abfertigungspersonal soll auf U-Bahnfahrer umschulen. „Du willst auch mit 80 km/h im Tunnel durch München rauschen?“, heißt es in der Offerte, die die FMG an ihre Mitarbeiter bei der Aeroground weitergab. „Dann komm zu uns – wir bilden dich zum/r U-Bahnfahrer/in aus. Das sei in nur 14 Wochen möglich. „Quereinsteiger/innen sind herzlich willkommen!“

Etwa 2000 der 10 000 Mitarbeiter sollen gehen

Doch das ist nur eine Variante des breit angelegten Jobabbau-Programms, das den klangvollen Namen „Restart“ trägt und zum Ziel hat, das Personal um rund 20 Prozent zu reduzieren – also von 10 000 auf 8000 Mitarbeiter runterzuschrauben. Der zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung vereinbarte Zeitplan sieht vor, dass bis 15. Dezember über Angebote für Mitarbeiter mit kurzer Betriebszugehörigkeit bei der Aeroground verhandelt werden soll. Außerdem wird es weitere Kurzarbeit geben – über den März 2021 hinaus. Offen scheint, ob es wieder eine Aufstockung gibt. Bis spätestens 15. Februar soll es Vereinbarungen über Vorruhestandsregelungen geben. Bis Mitte Mai soll ein Freiwilligenprogramm stehen. Der Betriebsrat betonte, über die aktuelle Situation „äußerst betroffen“ zu sein. Ziel müsse es sein, „äußerst sozialverträgliche Lösungen“ zu erzielen.

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