Grafik aufgetaucht

Alarmierende Werte: Schadstoff-Diskussion am Flughafen

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Nach einer Messung des Umweltbundesamts ist die Schadstoffbelastung rund um den Flughafen München besonders hoch. Startbahngegner fordern Konsequenzen.

München – Vermeintlich neue Erkenntnisse zur Schadstoffbelastung durch den Flughafen München sorgen für Wirbel. Startbahngegner verweisen auf eine Grafik des Umweltbundesamtes mit alarmierenden Daten. Demnach erreichte die Flughafen-Region 2015 im Jahresmittel beim Ausstoß von Stickstoff-Dioxid Spitzenwerte von über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. „Der Flughafen ist da Leuchtturm“, ätzt der Freisinger Grünen-Abgeordnete Christian Magerl. Nirgendwo sonst in Bayern ist die Konzentration so hoch.

Stickstoffdioxid spielt auch bei der Diskussion um ein Verbot von Diesel-Fahrzeugen eine Rolle, es greift in hohen Konzentrationen die Atemwege an. Vor allem Asthma-Kranke sind gefährdet. Mit dem Regen ausgewaschen erhöht es die Nitrat-Konzentration in den Böden. Magerl hatte die Grafik am Freitag bei einer Demo in der Münchner Fußgängerzone präsentiert. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte das Umweltbundesamt, es handele sich um eine reine Modellrechnung, die nicht mit Daten einer konkreten Messstation in Flughafen-Nähe unterfüttert sei. Stattdessen werden Emissionen und Immensionen mit Daten aus der Meteorologie sowie des Straßenverkehrs korreliert und so die Luftqualität simuliert. Das Bayerische Landesamt für Umwelt, auf das das Umweltbundesamt zunächst verwiesen hatte, hat keine Messstation am Flughafen.

Spitzenwert bei Stickstoffdioxiden (Jahresmittel 2015) – diese Grafik des Umweltbundesamtes sorgt bei Startbahngegnern für Furore. Es handelt sich um eine Modellrechnung.

Weniger alarmierend sind die Luftgütemessungen, die der Flughafen selbst mit zwei festen und einer mobilen Station vornimmt. Demnach blieb die Konzentration von Stickstoffdioxid 2015 im Rahmen, es gab Werte zwischen 15 und 36 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Diese Messungen indes flossen nicht in die Darstellungen des Umweltbundesamtes ein. „Wir haben darauf keinen Zugriff“, erklärte die Behörde. Allerdings sind die Daten im Internet abrufbar.

Den Startbahn-Gipfel in der Staatskanzlei kommentierten die Gegner skeptisch. Er könne „nichts weltbewegend Neues“ erkennen, sagte Magerl. Der Abgeordnete Benno Zierer (Freie Wähler) warnte vor einem „Horrorszenario“, wonach der Airport ohne dritte Startbahn „auf die Größe eines Provinzflughafens schrumpfen würde“. Das sei unseriös. Das momentane Plus bei der Flugbewegungen sei mit Subventionen für Billigflieger künstlich angeregt und „nicht nachhaltig“.

Rubriklistenbild: © dpa

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