Mögliche Anbindung an A3

Flughafen Nürnberg entfernt Schadstoffe aus Boden

Nürnberg - Mit Blick auf eine mögliche Anbindung an die A3 hat der Nürnberger Flughafen damit begonnen, Schadstoffe aus dem Boden zu entfernen.

Jahrelang hatten Löschschäume der Flughafen-Feuerwehr Boden und Grundwasser auf dem Gelände verunreinigt. Die Sanierung ist Voraussetzung für den vom Airport geforderten Bau einer direkten Straßenanbindung von der Abfertigungshalle an die Autobahn Würzburg-Nürnberg-München. Vorher dürfe mit dem Bau nicht begonnen werden, hatte die Regierung von Mittelfranken in einem Planfeststellungsbeschluss 2012 betont.

Bei den Arbeiten sollen perfluorierte Tenside (PFT) aus dem Boden entfernt werden, teilte der Flughafen am Mittwoch mit. PFT sind sehr langlebige Stoffe, die in der Natur kaum abgebaut werden können. Mit der Sanierung begonnen wurde am ehemaligen Löschbecken West. Dieses wurde von den 1960er bis in die 1980er Jahre von der Werksfeuerwehr für Übungszwecke genutzt.

„PFT hat die unangenehme Eigenschaft, unglaublich stabil zu sein“, sagte der Nürnberger Umweltreferent Peter Pluschke. Sie könnten sich etwa in kritischen Mengen in Lebensmitteln anreichern. Nachgewiesen worden seien sie etwa im Fettgewebe von Fischen aus einem Weiher in Fürth, die daher nicht mehr verkauft werden konnten. Es gebe einen Verdacht auf krebserregende Eigenschaften, und auch toxikologisch seien die Substanzen noch nicht vollständig untersucht. Daher habe die Regierung von Mittelfranken strenge Grenzwerte festgelegt.

Ziel des Pilotprojekts ist nach Angaben des Flughafens, die Auswirkungen auf das Grund- und Oberflächenwasser zu dokumentieren, zu kontrollieren und zu bewerten. Die bisher ausgehobenen etwa 1000 Tonnen Boden enthielten rund 1,75 Kilogramm PFT.

„Damit ist jedoch nur ein Teilproblem gelöst und nur das kleinste aller Probleme“, sagte Umweltreferent Pluschke. Es gebe noch zwei weitere kontaminierte Stellen. Hauptproblem sei die Verschmutzung am Löschbecken Ost. Dort sei die Belastung nicht nur oberflächlich, sondern auch Grundwasser sei betroffen. Pluschke geht davon aus, dass es noch einige Jahre dauert, bis das Problem vollständig beseitigt ist.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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