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Die Diskussionen um eine sinnvolle Verkehrsanbndung des Münchner Flughafens gehen in die nächste Runde.

Flughafenanbindung: "Fünf bis acht Ideen" in der engeren Wahl

Es ist höchste Eisenbahn für eine schnellere Bahn-Anbindung des Flughafens München. Die Deutsche Bahn baut auf ein Gutachten, dessen Ergebnisse im November erwartet werden.

"Keiner nimmt hier mehr das Wort ,Transrapid’ in den Mund", ermahnte Claudia von Brauchitsch die Runde. Die Moderatorin des Fernsehsenders München TV diskutierte mit Bayerns ehemaligem Verkehrsminister Otto Wiesheu, dem bayerischen Bahnchef Klaus-Dieter Josel, Willi Kleine von den Wacker-Werken Burghausen und Erdings Bürgermeister Max Gotz über eine verbesserte Schienenanbindung des Münchner Flughafens.

TV-Hinweis

Der Fernsehsender München TV strahlt die Diskussion „Talk im Tower“ am morgigen Donnerstag um 20.15 Uhr aus. Wiederholt wird die Sendung am Freitag um 20 und 22 Uhr sowie am Sonntag um 13.30 Uhr.

Während die Berliner in 20 Minuten zu ihrem neuen Airport kommen, werden die Münchner wohl noch längere Zeit doppelt so lange brauchen. Da gibt sich Wiesheu keinen Illusionen hin: „Eine schnelle Bahn kriegen wir nicht auf den S-Bahnstrecken S 1 und S 8.“ Und für eine andere Lösung gebe es nicht einmal ein Raumordnungsverfahren.

Josel, Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn AG (DB) für den Freistaat Bayern, vertröstete die Runde mit einem Gutachten. Aus den rund 100 Ideen zur Anbindung an den Flughafen seien noch „fünf bis acht“ übrig geblieben, die im November auf den Tisch kommen würden. Eine kurzfristige Lösung wäre eine Express-Light-Bahn, die die Strecke von der Haupthalle am Hauptbahnhof bis zum Flughafen in 30 Minuten schaffen würde. „Dafür haben wir schon jetzt die Kapazitäten“, sagte Josel, gestand aber ein, dass sich die Schrankenschließzeiten auf der West-Trasse auf 35 bis 45 Minuten pro Stunde erhöhen könnten.

Östlich des Flughafens hat die Stadt Erding inzwischen selbst die Planungen in die Hand genommen. Der dringend erforderliche S-Bahn-Ringschluss dürfe nicht eine 800 Jahre alte Stadt von Süden nach Norden durchschneiden, sagte Bürgermeister Gotz, der sich über die ertraglosen Verhandlungen mit der Bahn ärgerte. Noch weiter östlich wundert sich Wacker-Mann Willi Kleine, dass die DB den Ausbau nach Mühldorf nicht forciere. „Die Bahn würde Geld verdienen“, sagte Kleine und erinnerte daran, dass im Chemiedreieck 25 Unternehmen rund 25 000 Menschen beschäftigen und jährlich über acht Milliarden Euro umsetzen. „Jeden Tag fliegen Hunderte aus dem Chemiedreieck in die Welt. Mit dem Zug braucht man bis zu drei Stunden an den Flughafen.“

Flughafenchef Michael Kerkloh ist für alles: Ringschluss, schnelle Anbindung an die Münchner Innenstadt. „Wir brauchen aber auch langfristig einen Fernbahnanschluss.“ Im transeuropäischen Netz gebe es zwei Strecken, die über München führen. „Warum soll nicht eine davon über den Flughafen gehen?“ Wiesheu ist da skeptisch: „90 bis 95 Prozent der Bahnreisenden aus Augsburg, Ulm, Kempten, Garmisch oder Rosenheim wollen zum Hauptbahnhof“, rechnete das ehemalige DB-Vorstandsmitglied vor. Die fänden es nicht lustig, am Flughafen aussteigen zu müssen.

von Dieter Priglmeier

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