+
Bei dem Unglück in Lauf-Lillinghof verlor eine Frau ihr Leben.

In Lauf-Lillinghof

Flugschau-Drama: Anklage gegen Piloten erhoben

Lauf-Lillinghof - Dreieinhalb Jahre nach dem Flugschau-Unfall im mittelfränkischen Lauf-Lillinghof (Landkreis Nürnberger Land) mit einer Toten hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Piloten erhoben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem damals 71-Jährigen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung in 34 Fällen vor. Über die Zulassung der Anklage muss nun das Amtsgericht Hersbruck entscheiden.

Nach Ansicht der Anklagebehörde hätte der damals 68 Jahre alte Pilot den Startvorgang abbrechen müssen, nachdem der von ihm geflogene Flugzeug-Oldtimer immer weiter von der Startrichtung abgewichen war. Stattdessen habe er mit starkem Ziehen am Höhenruder einen „unkontrollierbaren Flugzustand herbeigeführt“, teilte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am Montag mit. Zumindest hätte der Pilot den Motor per Notabbruch abschalten müssen, um den Propeller vor dem Aufprall im Zuschauerbereich zum Stillstand zu bringen.

Der Pilot ist dagegen der Auffassung, das Abdriften der Maschine habe er nicht verhindern können. Auch ein Startabbruch sei nicht mehr möglich gewesen. Bei dem Unfall am 5. September 2010 starb eine Zuschauerin, 34 Menschen wurden verletzt.

Der Doppeldecker war ins Publikum gerast. Nach Angaben des Piloten hatte der knapp 70 Jahre alte Oldtimer beim Start „plötzlich einen Drall nach rechts bekommen“. Daraufhin habe sich die linke Tragfläche gehoben. Als der Pilot bemerkt habe, dass sein Gegensteuern mit Quer- und Seitenruder keine Wirkung zeigte, habe er das Gas zurückgenommen. „Dann kam auch schon der Aufprall“, hatte es in einem ersten Bericht der Braunschweiger Flugunfalluntersuchungsstelle geheißen.

Das Verfahren gegen zwei Mitarbeiter des Luftamtes Nordbayern stellte die Staatsanwaltschaft ein. Ihnen sei nichts vorzuwerfen, was „ursächlich für den Unfall gewesen ist“.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fahrer will Tier ausweichen: Auto überschlägt sich und landet in tiefem Graben
Er wollte offenbar einem Wildtier ausweichen. Doch das hatte für einen Mann und seinen Beifahrer im Landkreis Kulmbach fatale Folgen.
Fahrer will Tier ausweichen: Auto überschlägt sich und landet in tiefem Graben
Nach Unwettern in der Region: Lage hat sich beruhigt
Das Wochenende war voller Sonnenschein - doch am Sonntagabend wird es richtig ungemütlich. Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für mehrere …
Nach Unwettern in der Region: Lage hat sich beruhigt
Polizisten greifen bei Schlägerei ein, doch dann eskaliert die Situation völlig
Mehrere Polizisten wollten Sonntagfrüh eine Schlägerei in der Augsburger Innenstadt schlichten. Doch dann wurden die Beamten plötzlich selbst zur Zielscheibe.
Polizisten greifen bei Schlägerei ein, doch dann eskaliert die Situation völlig
Mann setzt sich betrunken ans Steuer und rammt Motorradfahrer - Biker stirbt
Ein Mann hat sich am Samstag ans Steuer seines Wagens gesetzt und zuvor zu tief ins Glas geschaut - das kostete einen Motorradfahrer das Leben. 
Mann setzt sich betrunken ans Steuer und rammt Motorradfahrer - Biker stirbt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion