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Ein abgestürtzter Doppeldecker liegt am Sonntag bei Schnaittach (Mittelfranken) auf dem Segelflugplatz Lauf-Lillinghof.

Flugschau-Unglück: Untersuchung vor Abschluss

Lauf/Braunschweig - Ein Oldtimer-Doppeldecker rast ins Publikum, eine Zuschauerin stirbt: Ein Jahr nach dem Flugschau-Unglück im mittelfränkischen Lauf-Lillinghof scheint die Ursache geklärt.

Ein Jahr nach dem Flugschau-Unglück im mittelfränkischen Lauf-Lillinghof mit einer Toten steht die Untersuchung der Unglücksursache kurz vor dem Abschluss. Mit der Bekanntgabe der Ergebnisse sei aber erst zum Jahresende zu rechnen, teilte ein Mitarbeiter der Flugunfalluntersuchungsstelle am Montag mit. “Wir sind gerade dabei, den Bericht auszuformulieren“, sagte ein Mitarbeiter der Braunschweiger Behörde. “Vorher wird dieser erst noch den Betroffenen übersandt. Vorher können wir nichts zum Ergebnis unserer Untersuchung sagen.“

Bei dem Unglück war am 5. September 2010 ein Doppeldecker beim Start zu einem Formationsflug ins Publikum gerast. Eine Zuschauerin starb, 38 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Piloten hatte der knapp 70 Jahre Doppeldecker beim Start “plötzlichen einen Drall nach rechts bekommen“. Daraufhin habe sich die linke Tragfläche angehoben. Als der Pilot bemerkt habe, dass sein Gegensteuern mit Quer- und Seitenruder keine Wirkung zeigte, habe er das Gas zurückgenommen. “Dann kam auch schon der Aufprall“, heißt es in einem ersten Bericht der Braunschweiger Experten, den die Behörde kurz nach dem Unglück veröffentlichte.

Bis zur Veröffentlichung des abschließenden Untersuchungsberichts liegen auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf Eis, wie eine Sprecherin der Nürnberger Anklagebehörde mitteilte. Ermittelt werde gegen den Piloten, den Veranstaltungsleiter und zwei Mitarbeiter beim Luftamt Nordbayern. Im Fall des Piloten werde die Möglichkeit eines Flugfehlers geprüft, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die beiden Luftamt-Mitarbeiter und der Leiter der Flugschau seien ins Visier der Justiz geraten, weil beim Start des Doppeldeckers anscheinend der Mindestabstand zu den Zuschauerrängen nicht eingehalten wurde. Die Maschine konnte wegen des Formationsflugs nicht auf der Startpiste, sondern musste auf einem daneben liegenden Wiesengelände abheben. Derzeit sei noch völlig unklar, ob dies für das Unglück eine Rolle spielte, sagte die Justizsprecherin.

dpa

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