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Eine Rauchsäule steht über der Absturzstelle. Besonders gefährlich: An Bord des Flugzeugwracks befindet sich eine Übungsbombe.

F-16-Absturz in Oberfranken

Flugzeugabsturz: Kampfjet hatte Bomben an Bord

Creußen - Im Landkreis Bayreuth ist ein US-Kampfjet abgestürzt. Die Maschine vom Typ F-16 schlug in einem Wald auf. Sechs Übungsbomben warf der Pilot vor dem Crash ab.

Update vom 12. August: Einen Tag nach dem aufsehenerregenden Absturz eines US-Militärjets sollen jetzt Experten den Fall aufklären. Dabei geht es vor allem um die Frage: Warum ist der Kampfjet vom Typ F-16 im Landkreis Bayreuth abgestürzt?

Der Absturz ereignete sich am Dienstagvormittag gegen 9.30 Uhr im Gemeindebereich von Creußen im Landkreis Bayreuth. Nach Angaben der Polizei konnte sich der Pilot mit dem Rettungsschirm rechtzeitig aus der Maschine befreien. Er erlitt leichte Verletzungen und wurde von einem Notarzt versorgt.

Explosionsgefahr an der Absturzstelle

Das Flugzeug stürzte in ein einen Waldabschnitt mit sehr unwegsamen Gelände. Die Bergung der Überreste der verunglückten Maschine gestaltet sich schwierig. Nach Angaben der Polizei muss damit gerechnet werden, dass die Bergung der Wrackteile drei bis vier Tage in Anspruch nehmen kann.

Kampfjets vom Typ F16 haben nur ein Triebwerk (Symbolbild).

Bei der Maschine handelt es sich nach Angaben des US-Militärs um eine F-16. Zuerst hieß es, es seien keine Waffen an Bord gewesen. Später erklärte das US-Militär, dass der Pilot sechs Übungsbomben noch vor dem Absturz gemeinsam mit zwei Treibstoff-Zusatztanks abgeworfen hatte. Die Übungsbomben haben einen Zünder und bestehen zum Großteil aus Zement.

Die Tanks seien inzwischen gefunden worden, hieß es. Einer der Tanks war unbeschädigt, der zweite wies Beschädigungen auf, berichtete am Abend das Polizeipräsidium Oberpfalz. Zudem seien zwei Rauchkörper konnte unmittelbar an der Absturzstelle gefunden worden. Der Verbleib der restlichen blieb zunächst ungeklärt.

Einsatzkräfte riegelten den Bereich im Umkreis von 600 Metern um die Absturzstelle ab, da der Jet womöglich noch Kerosin und Raketentreibstoff an Bord hatte. „Damit sind wir auf der sicheren Seite. In dem Sperrgebiet befinden sich auch keinerlei Gebäude“, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Bayreuth.

Dennoch bestand längere Zeit Explosionsgefahr. Nur Einsatzkräfte in Schutzanzügen durften sich nähern, Feldjäger schirmten die Absturzstelle ab, auch US-Soldaten sowie die Feuerwehr des Truppenübungsplatzes waren vor Ort. Zur Bergung des Wracks wurden weitere Spezialisten des US-Militärs sowie ein Bergungspanzer der Feuerwehr angefordert.

Defektes Triebwerk als Ursache für den Absturz?

Ein Militär-Sprecher nannte als Absturzursache einen Motorschaden. Die F-16 besitzt nur ein Triebwerk. Dessen Versagen führt - besonders aus geringer Höhe - fast unweigerlich zum Crash. Laut US-Militär war das Unglücks-Flugzeug am Morgen vom Stützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz zu einem Übungsflug nach Grafenwöhr (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) aufgebrochen. Die Maschine gehört dem 480. Kampfgeschwader an.

Reaktionen auf den Absturz: "Wir haben Glück gehabt"

Anwohner waren nach dem Absturz geschockt: "Wie das gescheppert hat - um Gottes Willen. Ich war fertig", sagte Helga Ernst (79). "Zum Glück ist das Flugzeug nicht auf ein Haus gestürzt“, ergänzt Stephanie Schab (28). Auch Bürgermeister Hans Freiberger (Freie Wähler) zeigte sich erleichtert. Denn wegen der Trockenheit in dem Gebiet war auch die Waldbrandgefahr hoch: "Wir haben Glück gehabt, dass kein Waldbrand entstanden ist".

Kampfjet stürzt über Oberfranken ab: Bilder von der Absturzstelle

mit dpa

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