Meteorologen ziehen Bilanz

Hitze, Flut und Dürre: Das war der Sommer 2013

München - Dieser Sommer hatte es in sich: Vom Hochwasser zu Beginn bis hin zu Dürre, Tropennächten und krachenden Gewittern wurde (fast) alles geboten. Als Erinnerung bleibt: Nach dem katastrophalen Beginn wurde es ein Sommermärchen.

Zu Beginn des meteorologischen Sommers am 1. Juni öffnete der Himmel noch seine Schleusen: Es regnete in Strömen, eine Jahrhundertflut überschwemmte ganze Regionen in Niederbayern, am Tegernsee und entlang der Mangfall. Verzweifelter Kampf gegen Wassermassen statt Sonnenbaden. Doch dann hatte der Sommer doch noch einiges zu bieten – vor allem tropische Temperaturen. Juni, Juli und August 2013 zählen zu den wärmsten zehn Sommern seit Beginn der Messungen 1881.

Temperaturen

Nur vorläufige Zahlen kann Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst „herausrücken“. Schließlich endet der meteorologische Sommer erst mit dem 31. August. Trotzdem kann er schon eine deutliche Tendenz verraten. Der gesamte Sommer war in Oberbayern zwischen 1,1 und 2,2 Grad zu warm – bezogen auf die Mitteltemperatur. Die höchste Abweichung hat er in München-Stadt registriert. Hier liegt die Mitteltemperatur bei 19,1 Grad – eine Abweichung von 2,2 Grad. Im Umland war es rund ein Grad kühler. Die Höchsttemperatur wurde am 28. Juli mit 38,7 Grad in Ingolstadt gemessen – das war auch der Spitzenwert für Deutschland. „Der 27. und 28. Juli waren generell die wärmsten Tage an allen Stationen“, hat Wünsche nachgeprüft. Einen Rekord kann man aus Wielenbach (Kreis Weilheim-Schongau) melden: Am 27. Juli war es 37,2 Grad heiß (alter Spitzenwert am 14. Juli 2010: 36 Grad). Auch in der Höhe war es 2013 sehr warm: Am Hohenpeißenberg (986 Meter hoch) sind am 19. Juni satte 31,8 Grad gemessen worden.

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Niederschläge

Die meisten Niederschläge in Oberbayern (und auch in ganz Deutschland) fielen in Reit im Winkl (Kreis Traunstein) mit 554,5 Liter pro Quadratmeter für den gesamten Sommer. „Aber selbst das ist zu wenig Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Mittel“, erklärt Wünsche. Es fielen nur 91,9 Prozent der üblichen Niederschläge. Doch wieder markiert Ingolstadt einen Sonderwert: Hier hat es mit 115 Prozent mehr geregnet als im langjährigen Mittel. „Überall war es zu trocken, nur in Ingolstadt zu nass“, so der Meteorologe.

Sonnenstunden

Jeder hat es genossen: „Die Sonnenscheindauer lag überall über dem langjährigen Mittelwert.“ In Kiefersfelden strahlte die Sonne 773 Stunden vom Himmel (Abweichung: 148,8 Prozent). Noch länger schien sie in Weihenstephan und am Flughafen mit 793 bzw. 796 Stunden.

Und das Gesamturteil über den Sommer 2013 in Oberbayern? „Zu warm, übernormal viel Sonnenschein und zu trocken“, so der Experte. Der Mensch Wünsche fand den Sommer aber freilich „überdurchschnittlich gut, wenn man einen warmen Sommer mag. Ich bin ganz zufrieden.“

Die Aussichten

Der meteorologische Sommer verabschiedet sich anständig: heute und morgen gibt es angenehme Tage mit Sonne, zwischen 20 und 25 Grad. Der 1. September wird unbeständig, bringt leichte Schauer. Doch bis zur Wochenmitte verspricht Wünsche wieder sonnige Tage. „Der meteorologische Herbst beginnt freundlich.“ (Und der kalendarische Herbst am 22. September). In den Frühstunden wird es bei klarem Himmel auch die typischen Frühnebel geben, die sich aber schnell auflösen.  

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