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Frühlingswetter im November: Hans und Sieglinde Leitmeier aus Pullach (Kreis München) genießen das milde Wetter am Starnberger See.

Föhn in Bayern

Sonne gegen den November-Blues

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    Katrin Woitsch
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Heißer November? Nun ja, jedenfalls ist er ungewöhnlich warm. Das liegt natürlich: am Föhn. Aber das Wetter verursacht neben Kopfschmerzen auch Glücksgefühle. 

Volker Wünsche ist keiner, der mit Superlativen um sich wirft. Deshalb sagt der Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD): „Wir haben heute in München sehr ausgeprägte Werte“ – und meint eigentlich: Der gestrige Tag toppt temperaturmäßig sogar den 21. November 1926. Damals, vor exakt 90 Jahren, hatte es in der Landeshauptstadt 17,5 Grad. Ein Spitzenwert, bis gestern. Da waren es 18 Grad.

Dafür ist natürlich er verantwortlich: der Föhn. „In Alpennähe war es stellenweise noch wärmer“, sagt Wünsche, nämlich um die 20 Grad. „Das sind schon außergewöhnliche Temperaturen für November.“

Noch wichtiger als die Temperaturen sind allerdings die Sonnenstrahlen – denn die kann der menschliche Körper mitten im sonst so grauen November dringend gebrauchen. „Das Licht tut uns unheimlich gut“, erklärt Angela Schuh, medizinische Klimatologin am Lehrstuhl für Public Health der Ludwig-Maximilian-Universität München. Denn es hat direkten Einfluss auf die Produktion des Wirkstoffs Melatonin. Der Körper bildet dieses Hormon, um den Tag-Nacht-Rhythmus zu steuern. Wie viel von dem Hormon ausgeschüttet wird, hängt vom Auge ab. Dunkelheit regt die Melatonin-Bildung an, Tageslicht hemmt sie. Zuviel Melatonin macht müde, man fühlt sich schlapp, antriebslos. „Aber sobald weniger Melatonin produziert wird, hebt sich unsere Stimmung“, sagt Angela Schuh. So einfach ist also das Mittel gegen den November-Blues: Raus in die Sonne.

Dazu gibt es die kommenden Tage noch einige Gelegenheiten. Denn der Föhn wird sich laut Volker Wünsche noch bis zur Wochenmitte halten und sich dann langsam abschwächen. Wer’s mag, kann sich dieser Tage glücklich schätzen, in Alpennähe zu wohnen. „Hier ist die Chance auf Sonne am größten“, sagt der DWD-Experte. Im Norden Oberbayerns sind eher Wolken und Nebel angesagt. Allerdings fallen die Temperaturen langsam aber sicher. Bis zum Wochenwechsel sind es dann nur noch drei bis acht Grad am Alpenrand. Immerhin: Frost wird es wohl nicht geben.

Die einen freuen sich über den frühlingshaften November, die anderen leiden unter den Temperaturschwankungen. „Wetterfühlige Personen haben es in diesen Tagen schwer“, räumt die Münchner Klimatologin ein. Dagegen hat auch sie keine Tipps. „Es hilft kaum etwas.“ Weder an einem 18 Grad warmen Novembertag, noch an einem verschneiten Apriltag.

Apropos Schnee: Wer von den warmen Temperaturen dieser Tage auf Weihnachten Rückschlüsse zieht, ist schief gewickelt. Seriöse meteorologische Vorhersagen sind maximal zehn Tage im Voraus möglich. Ob’s ein warmes oder ein weißes Weihnachten gibt, steht also in den Sternen.

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