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Bairisch braucht Nachwuchs, sonst stirbt es aus.

Förderverein Bairische Sprache und Dialekte

Bairisch bald in der Verfassung verankert?

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München - Kaum zu glauben: Bairisch, das galt in manchen Kreisen einst als rückständig. Mittlerweile es schwer angesagt. Dass dies so ist, ist auch dem Förderverein Bairische Sprache und Dialekte zu verdanken.

Die Idee hatte eine Ärztin: Viktoria Wittmann, einst Leiterin des Staatlichen Gesundheitsamts Traunstein, hatte nach ihrer Rückkehr von einem längeren Auslandsaufenthalt den Eindruck, „dass die bairische Sprache ausstirbt“. Sie sann auf ein Gegenmittel. Einen Verein: 29 Gründungsmitglieder, unter ihnen auch der Wirt Hans Triebel aus Gotzing bei Miesbach und Sprachforscher Johann Höfer aus Rosenheim.

Eintrag ins Vereinsregister Traunstein wenige Tage nach dem Mauerfall, am 14. November 1989. Das war die Geburtsstunde für eine bis heute andauernde Rettungsaktion für die bairische Sprache. „Es werd nicht mehr Boarisch gredt, aber es werd immer noch Boarisch gredt“, sagt der derzeitige Vereinsvorsitzende Horst Münzinger. Und das sei ja auch schon was.

Der Verein hat eine Abspaltung des umtriebigen Niederbayern Sepp Obermeier (Bund Bairische Sprache) hinnehmen müssen, sich aber trotzdem gemausert (3200 Mitglieder). Ideen zur Förderung des Bairischen, die über das Vereinsmeierische gehen, gibt es zuhauf.

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Zum Beispiel ein Projekt zur Dialektpflege an bayerischen Schulen – unter anderem an der Grundschule Odelzhausen (Kreis Dachau). Der Lehrerverband BLLV unterstützt das – zum Beispiel mit Verteilung des Ratespiels „Woaßt as?“ an den Schulen. Bayern könne aber ruhig noch mehr tun, sagt Münzinger, der auch einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt hat.

Kernpunkte: Bairisch soll explizit in die Verfassung aufgenommen werden, außerdem solle der Freistaat die Mundartkompetenz der Kinder professionell erheben. Und als Zuckerl fordert er eine Akademie, die die bairische Sprache standardisiert und der „Nordlastigkeit des Dudens“ etwas entgegen setzt. All das helfe aber nichts, sagt Münzinger, wenn Bairisch in den Familien nicht Alltagssprache sei.

Dabei weiß man beim Förderverein, dass es die bairische Sprache nicht gibt, vielmehr x-fache regionale Ausprägungen. Allgemein gängige Worte könnten jedoch regional übergreifend benutzt werden, sagte Vereinsvize Siegfried Bradl. Beispiele: Bub statt Junge, schaufeln statt schippen oder blasen statt pusten. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Am Samstag wird nun in Högling bei Bruckmühl gefeiert. Der Saal wird voll, verspricht Münzinger. Den Festvortrag hält Anthony Rowley, Dienststellenleiter für Mundartforschung bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, über „Der kulturelle Wert unserer bairischen Mundarten und Dialekte“.

Vereinsgründerin Viktoria Wittmann ist vor einiger Zeit verstorben. Die Rettung des Bairischen aber geht weiter ...

Dirk Walter

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