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Schön künstlich: der vor 60 Jahren angelegte Forggensee. 

Wasserstand soll um 20 Meter sinken

Darum wird der Forggensee tiefer gelegt

Füssen – Nach 60 Betriebsjahren soll das Kraftwerk Roßhaupten einer buchstäblich vertieften Prüfung unterzogen werden. Erstmals soll der Wasserstand des Forggensees dafür um 20 Meter absinken.

Betreiber Eon und das Landratsamt Ostallgäu werden daher ab heute den Wasserstand des Speichersees sukzessive um 20 Meter senken, um so auch die tieferliegenden Bauteile des Kraftwerks inspizieren zu können. Die Wassertiefe wird demnach anstelle der sonst üblichen 35 Meter nur noch bei 15 Metern liegen.

Rund zwei Wochen lang sollen die Gutachter den niedrigen Wasserstand nutzen, um alle sonst nicht sichtbaren Bauteile, etwa die Einlaufbauwerke, zu untersuchen. Ein Schwerpunkt der Inspektion liegt laut Eon auch auf den Böschungsbereichen an beiden Seiten des Einlaufbauwerks, um letztlich feststellen zu können, ob Sanierungsarbeiten fällig werden. Durchgeführt werden die Kontrollen von speziell ausgerüsteten Tauchern.

Der Zeitplan der Aktion sieht vor, dass die maximale Absenkung des Sees am 31. März erreicht und dann eine Woche gehalten werden soll. Den Beginn des sogenannten Wiederaufstaus datieren die Verantwortlichen für 7. April. Weil in diesem Winter in den nördlichen Alpen so wenig Schnee liegt und daher mit wenig Schmelzwasser aus den Bergen zu rechnen ist, halten es die Anlagenbetreiber zumindest für fraglich, dass der „Vollstau“ termingerecht bis 1. Juni erreicht werden kann. Dazu nämlich bräuchte der Forggensee ein Volumen von 130 000 Millionen Kubikmeter Wasser – ohne entsprechende Niederschläge im April und Mai ist dieses Ziel nicht zu erreichen.

Der zwischen 1950 und 1954 angelegte Forggensee ist mit zwölf Kilometern Länge und drei Kilometern Breite der fünftgrößte See Bayerns und zählt wegen seiner einzigartigen Lage an der Füssener Bucht zu den schönsten Wasserrevieren Bayerns.

Neben seinem Freizeit- hat der See auch einen sehr hohen Nutzwert: Zum einen dient er direkt der Stromerzeugung sowie indirekt als sogenannter Kopfspeicher für die lechabwärts gelegenen Wasserkraftwerke, zum anderen ist er für die Hochwasserregulierung am Lech nach Einsetzen der Schneeschmelze wichtig.  

mm

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