Forscher: Bei Blitzen in die Hocke gehen

München - In München hat ein Blitzeinschlag bei Besuchern eines Biergartens Schrecken ausgelöst. Ein Experte erklärt, was in einem solchen Fall zu tun ist.

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Blitz schlägt in einen Biergarten ein: zwei Verletzte

Medienberichten zufolge wollen einige Augenzeugen einen sogenannten Kugelblitz beobachtet haben, eine Art schwebende Lichtkugel. Forscher bezweifeln allerdings die Existenz von Kugelblitzen, darunter der Ingenieur Wolfgang Zischank von der Münchner Bundeswehr-Universität. Im Interview gibt er auch Tipps, wie man sich vor Blitzen am besten schützt.

Der Blitzeinschlag in dem Münchner Biergarten wurde von manchen Augenzeugen auf einen Kugelblitz zurückgeführt. Glauben Sie, dass diese Darstellung stimmen könnte?

Zischank: "Das glaube ich nicht, nein. Die einen Augenzeugen sagen: Ja, es war einer, andere haben das hingegen nicht beobachtet. Die Wissenschaft ist sich noch nicht einmal einig, ob es Kugelblitze überhaupt gibt. Denn es gibt keinen Beweis dafür. Fotos, die angeblich Kugelblitze abbilden, zeigen in Wirklichkeit meist verwackelte Straßenlaternen. Ich vermute eher, dass es sich bei den vermeintlichen Kugelblitzen um normale Blitze in Verbindung mit einer optischen Täuschung handelt. Durch das extrem helle Ereignis Blitz kommt es zu einer Überstrahlung auf der Netzhaut."

Seit wann beschäftigt sich denn die Forschung mit vermeintlichen Kugelblitzen?

Zischank: "Schon seit immer, würde ich sagen, also seit es die Blitzforschung gibt. Es ging vor etwa 250 Jahren mit Benjamin Franklin los, der den Blitzableiter erfunden hat. In der Literatur wird der Kugelblitz als hellleuchtende Kugel beschrieben, die sich durch den Raum bewegt. Interessant ist, dass oft über keine Schäden berichtet wird."

Wie kann man sich denn vor Blitzen schützen, wenn man das erste Donnergrollen hört?

Zischank: "Am besten geht man in ein Haus. Sicher sind auch Autos, weil sie als Faraday'scher Käfig wirken. Im Freien gilt die alte Regel, in die Hocke zu gehen und die Füße dicht zusammenzustellen. Wenn es in der Nähe einschlägt, verteilt sich der Blitzstrom im Erdboden. Und wenn man dann breitbeinig steht, greift man viel Spannung vom Boden ab. Auf keinen Fall sollte man unter einem Baum Schutz suchen, denn Bäume sind wegen ihrer Höhe nun einmal sehr gefährdet für Blitzeinschläge."

Interview: Michael Kieffer

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