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Wie geht es weiter im Fall Mannichl?

Fortgang der Ermittlungen nach Attentat auf Polizeichef unklar

Passau/München - Der Fortgang der Ermittlungen zum Attentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl ist weiterhin unklar.

Nach Polizeiangaben von Montag soll bei einem Gespräch im bayerischen Innenministerium geklärt werden, wer künftig für die Fahndung nach dem unbekannten Messerstecher verantwortlich ist. Die bisher zuständige Passauer Sonderkommission soll laut Medieninformationen aufgelöst werden und das bayerische Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen zu dem Mordanschlag neu aufrollen. Das Innenministerium bestätigte dies bislang aber nicht. “Im Moment gibt es nichts Neues zu sagen“, sagte Ministeriumssprecher Oliver Platzer.

Hinter dem Anschlag auf Mannichl wird ein Racheakt eines Neonazis vermutet, nachdem der 52-Jährige immer wieder gegen Aufmärsche von Rechtsextremisten vorgegangen ist. Bisher konnte die Kripo nach den mehr als zweiwöchigen Ermittlungen allerdings kaum Erfolge vorweisen. Vier vorübergehend festgenommene Verdächtige kamen wieder frei. Das Magazin “Focus“ und die “Passauer Neue Presse“ (Montag) meldeten übereinstimmend, dass die 50 Polizisten umfassende Sonderkommission “Fürstenzell“, die nach Mannichls Wohnort benannt ist, kurz vor der Auflösung stehe.

Nach Angaben der Passauer Zeitung will Mannichl nach seiner schweren Verletzung bald wieder in den Dienst zurückkehren. Dies sei der Hintergrund dafür, dass die Verantwortung für den Fall zum LKA übergehen soll. Der Polizeidirektor würde sonst indirekt die Ermittlungen in seinem eigenen Fall leiten, berichtete das Blatt.

Allerdings lag die Führung der Passauer Sonderkommission von Anfang an nicht in der Hand von Beamten aus Mannichls Polizeidirektion. Verantwortlich sind der Leitende Passauer Oberstaatsanwalt Helmut Walch und der Leiter der benachbarten Polizeidirektion in Straubing, Anton Scherl.

Nach Angaben der Polizei werten die Fahnder weiterhin rund 250 Hinweise aus der Bevölkerung aus. Eine heiße Spur gebe es nach wie vor nicht. Die Kriminalpolizei sucht eine aus vier Männern und einer Frau bestehende Gruppe, die am Tattag in Fürstenzell gewesen sein soll. Die Ermittler haben Phantombilder veröffentlicht, einige der gesuchten Männer sollen im Skinhead-Outfit gesehen worden sein und auffällige Tätowierungen haben. Mannichl selbst hatte den Täter als einen etwa 1,90 Meter großen, glatzköpfigen Mann beschrieben.

dpa

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