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Neue Trendschulart

FOS und BOS boomen: Schulen zu voll

Fürstenfeldbruck/Bad Tölz - Während Bayern über G8 und G9 diskutiert, wird eine andere Schulart zum Erfolgsmodell: die Fach- und Berufsoberschulen, kurz FOS/BOS. Schon gibt es Probleme: Die Schulen sind zu voll.

9,5 Prozent – keine andere Schulart in Bayern hat von einem Schuljahr zum nächsten einen derartigen Anstieg der Schülerzahlen verzeichnet. Fast 40.000 FOS-Schüler gibt es in Bayern, weitere 11.000 gehen auf die BOS. Die Schulen sind mittlerweile überfüllt.

Die Schüler der Freisinger FOS/BOS zum Beispiel sind auf drei Gebäude verteilt. Auf der Fehlliste: eine Turnhalle, eine Mensa, Aufenthaltsräume, Chemie-, Biologie- und Kunstsäle. In Bad Tölz ein ähnliches Bild. „Ich kann niemanden mehr zusätzlich aufnehmen“, berichtete die Schulleiterin im zuständigen Kreisausschuss.

Etwas Luft bekommen hat die FOS/BOS Fürstenfeldbruck, die bisher auf vier weit auseinander liegende Standorte verteilt war. Schulleiter Otto Kolbe konnte vergangene Woche einen Anbau einweihen. 1400 Schüler hat seine Schule. „Eigentlich sind wir zu groß“, sagt Kolbe. Entlastung tut Not. Im Landkreis überlegt man, eine zweite FOS zu bauen, eventuell in Germering, Olching oder Eichenau.

Güll: "Jeder Landkreis braucht eine FOS"

Die SPD im Bayerischen Landtag fordert eine Aufstockung der staatlichen Förderung. „Jeder Landkreis braucht eine FOS“, sagt SPD-Schulexperte Martin Güll. Güll kommt aus dem Landkreis Dachau, dort gibt es keine FOS/BOS. Eine Probe-Einschreibung habe zu wenig Resonanz gefunden, hieß es zur Begründung. Nun aber weichen Schüler von Dachau nach Scheyern, München oder Fürstenfeldbruck aus, kritisiert Güll.

Auch andernorts gibt es noch größere Lücken im FOS/BOS-Netz: in Starnberg etwa. In Garmisch-Partenkirchen sprang die Kirche in die Lücke.

Was ist der Grund für den Boom? Das Zauberwort heißt „FOS 13“. Vor sechs Jahren entschied der damalige Kultusminister Siegfried Schneider, auf die zweijährige FOS ein Jahr draufzusatteln. Zunächst als Versuch, 2008/09 dann als Regelform. Wer die FOS 13 besucht, der hat (sofern er eine zweite Fremdsprache besucht hat) das Recht zu studieren.

Die Aufwertung der FOS führte indirekt auch zu einer Aufwertung der Realschule. Der Fürstenfeldbrucker Schulleiter Kolbe spricht zugespitzt davon, dass die FOS 13 dem G9 entspricht. „Ich kenne viele Eltern, die sagen, ich tue mir den gymnasialen Stress nicht an.“ Ihre Kinder gehen, obwohl der Schnitt für den Übertritt aufs Gymnasium reichen würde, lieber auf die Realschule und anschließend auf die FOS.

Dass die FOS die Trendschulart ist, bestätigt auch das Kultusministerium. Seit 2011 gibt es Vorklassen, mittlerweile 40 an der Zahl, die auch begabten Mittel- und Wirtschaftsschülern den Weg zur FOS eröffnen. Nach 13 Schuljahren hat man hier sein Abi in der Tasche.

Einziger Unterschied: Das Gymnasium vermittelt eine breite Allgemeinbildung, die FOS ist nach Fachrichtungen spezialisiert: Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Soziales, Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie oder Gestaltung.

Dirk Walter

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