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Frankenberger auf dem Weg in die Bundespolitik. foto: fkn

Frankenberger will ÖDP-Chef werden

Passau - Für die einen ist der ganze Kerl eine Provokation, für die anderen ist Sebastian Frankenberger der Held der Frischluft-Kultur in Bayerns Kneipen. Wie auch immer: Kaum ein ÖDP-Politiker im Freistaat ist so bekannt wie der 28-jährige Passauer.

Nach dem erfolgreichen Nichtraucherschutz-Volksbegehren Anfang Juli erreichte er auch bundesweite Bekanntheit - plötzlich grinste Frankenbergers Konterfei auch in Hamburg von Plakaten. Diese Prominenz will Frankenberger, bislang im Landesvorstand seiner Partei und Passauer Stadtrat, jetzt nutzen. Am 13. November findet in Regensburg der Bundesparteitag statt, gewählt wird ein neuer Vorsitzender - und Frankenberger kandidiert.

Der jetzige Bundesvorsitzende ist ebenfalls ein Bayer: Klaus Bucher, Physiker, Mathematiker und Uni-Professor, kommt aus München. Der 69-Jährige will nach sieben Jahren Amtszeit nicht mehr antreten. „Wir sind von der Struktur her eine sehr junge Partei, da ist es gut, wenn auch an der Spitze alt und jung gemischt ist“, sagte Bucher in einem Interview. Um Ostern herum fragte er den Emporkömmling Frankenberger, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könnte. Dieser freundete sich immer mehr mit dem Gedanken an, künftig Bundespolitik zu machen - je erfolgreicher das Volksbegehren wurde, desto besser gefiel ihm die Idee. „Wenn ich in der ÖDP etwas verändern möchte, dann nur im Bundesvorstand. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür“, sagte Frankenberger.

Der Bundesvorstand hat ihm seine Unterstützung signalisiert, auch seine bayerischen Parteikollegen sehen das Engagement positiv - zumindest sagt Frankenberger das. Nicht jeder sah es gern, wie prominent der Wirbelwind mit den schulterlangen, schwarzen Haaren quasi über Nacht wurde. Je präsenter Frankenberger in seiner Rolle als Chef-Organisator der Nichtraucher-Initiative wurde, umso kleiner wurde der Anteil der Partei am Erfolg des Volksbegehrens.

Frankenberger betont, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei: „Bei uns läuft das demokratisch ab“, sagt der 28-Jährige. Ihm sei bislang nur ein Gegenvorschlag aus Hessen bekannt. Auf dem Parteitag könne aber prinzipiell jeder kandidieren. Gewinnt Frankenberger die Wahl, würde er zunächst die Parteistruktur verändern. Inhaltlich würde er die ökosoziale Schiene der ÖDP beibehalten. Der Passauer möchte keinesfalls Berufspolitiker werden. Frankenberger will sein Geld weiter als Stadtführer in Österreich Geld verdienen. Carina Lechner

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