Frankens SPD kämpft für fränkischen Meerrettich

München - Frankens SPD kämpft für fränkischen Meerrettich - und will deshalb in Brüssel eine offizielle Umbenennung der Herkunftsangaben “Bayerischer Meerrettich“ und “Bayerischer Kren“ erreichen.

“Hundert Prozent des in Bayern hergestellten Meerrettichs kommen aus Mittel- beziehungsweise Oberfranken“, erklärte die SPD-Kommunalexpertin Helga Schmitt-Bussinger am Mittwoch. “Alle 99 Hersteller, die die geschützte geografische Angabe “Bayerischer Meerrettich oder Bayerischer Kren g.g.A.“ nutzen und in das Kontrollsystem aufgenommen sind, stammen aus Franken.“

Die SPD Franken fordert Gleichberechtigung für den fränkischen Meerrettich mit dem Argument, dass “Allgäuer Bergkäse“ und “Schwäbische Maultaschen“ auch nicht Bayerischer Bergkäse oder Bayerische Maultaschen heißen. Die “weitestmögliche Präzisierung“ werde auch bei anderen Lebensmitteln in Bayern praktiziert, wie den “Nürnberger Rostbratwürsten“ oder dem “Münchner Bier“. Und ein weiterer Missstand nach Ansicht der Sozialdemokraten: Es gibt noch keine einzige fränkische Lebensmittelherkunftsbezeichnung der EU.

Die fränkische Sache hat allerdings einen Haken: Beantragt werden die geschützten Bezeichnungen gar nicht von der Staatsregierung, sondern von den Erzeugern. Und die “Schutzgemeinschaft Bayerischer Meerrettich“ residiert zwar im fränkischen Baiersdorf, wirbt aber ganz und gar freiwillig mit der bayerischen Herkunft.

Agrarminister Helmut Brunner (CSU), Umweltminister Markus Söder (CSU) und die Vertreter geschützter regionaler Bezeichnungen aus Bayern waren am Mittwoch ganz offiziell in Brüssel, wie die “Augsburger Allgemeine“ (Donnerstag) berichtete. Dort stellten sie das “Weltgenusserbe Bayern“ vor, das von der EU bezuschusst wird. Unter den prominenten Botschaftern des weiß-blauen Weltgenusserbes: FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß in seiner Eigenschaft als Fabrikant Nürnberger Rostbratwürste - und die Meerrettich-Schutzgemeinschaft.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fahrer will Tier ausweichen: Auto überschlägt sich und landet in tiefem Graben
Er wollte offenbar einem Wildtier ausweichen. Doch das hatte für einen Mann und seinen Beifahrer im Landkreis Kulmbach fatale Folgen.
Fahrer will Tier ausweichen: Auto überschlägt sich und landet in tiefem Graben
Nach Unwettern in der Region: Lage hat sich beruhigt
Das Wochenende war voller Sonnenschein - doch am Sonntagabend wird es richtig ungemütlich. Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für mehrere …
Nach Unwettern in der Region: Lage hat sich beruhigt
Polizisten greifen bei Schlägerei ein, doch dann eskaliert die Situation völlig
Mehrere Polizisten wollten Sonntagfrüh eine Schlägerei in der Augsburger Innenstadt schlichten. Doch dann wurden die Beamten plötzlich selbst zur Zielscheibe.
Polizisten greifen bei Schlägerei ein, doch dann eskaliert die Situation völlig
Mann setzt sich betrunken ans Steuer und rammt Motorradfahrer - Biker stirbt
Ein Mann hat sich am Samstag ans Steuer seines Wagens gesetzt und zuvor zu tief ins Glas geschaut - das kostete einen Motorradfahrer das Leben. 
Mann setzt sich betrunken ans Steuer und rammt Motorradfahrer - Biker stirbt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.