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Die Fränkische Weinkönigin Marlies Dumbsky darf sich freuen. Der Frankenwein profitiert vom Klimawandel.

Frankenwein profitiert vom Klimawandel - Neuer Jahrgang im November

Würzburg - Das fränkische Weinland profitiert nach Ansicht eines Weinbau-Experten vom Klimawandel. Zwar gebe es einige Lagen wie den Steigerwald oder die Mainschleife, die auch heuer wieder unter Trockenheit, Pilzbefall oder zu viel Regen gelitten hätten, sagte Hermann Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau am Mittwoch zum Abschluss der Weinlese in Würzburg.

Dennoch bestätigten die seit 18 Jahren kontinuierlichen Erträge mit steigender Qualität, dass die Klimaerwärmung dem Frankenwein zugutekomme.

Früher habe es wegen Spätfrösten regelmäßig Ernteausfälle gegeben. "In der Gesamtheit haben wir nichts dagegen, wenn wir hier klimatisch ein bisschen Toskana kriegen", sagte Kolesch. "Das Jahr war um 1,3 Grad wärmer im Vergleich zur Norm." Durch die steigenden Temperaturen sei auch das durchschnittliche Mostgewicht seit 1973 um 12 Grad Öchsle gestiegen und liege heuer bei 86 Grad Öchsle. Auf die zunehmenden Wetterkapriolen mit längeren Trockenperioden müssten die Weinbauern dennoch eine Antwort finden, zum Beispiel mit Bewässerungsanlagen oder dem Anbau von weniger anfälligen Rebsorten.

In diesem Jahr rechnen die Winzer mit einem Prädikatswein-Anteil zwischen 60 und 70 Prozent. Im Durchschnitt konnten Kolesch zufolge 75 Hektoliter Wein pro Hektar erwirtschaftet werden; das sind insgesamt etwa 445 000 Hektoliter und damit gut 80 000 weniger als im vergangenen Jahr. Da sich die schwächelnde Konjunktur und die Finanzkrise negativ auf den Konsum auswirkten, nehme der geringere Ertrag Verkaufsdruck von den Winzern, sagte der Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes, Hermann Schmitt.

Die Verbraucher können sich nach Worten des Fachberaters für Kellerwirtschaft und -technik des Bezirks Unterfranken, Hermann Mengler, auf einen lebendig, spritzigen Jahrgang freuen. Die ersten Weine des neuen Jahrgangs sollen in der zweiten Novemberwoche auf den Markt kommen.

dpa

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