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Im Kloster Mallersdorf wird seit 1623 Bier gebraut. Schwester Doris ist die letzte klösterliche Braumeisterin.

Die Hüterin des Klosterbiers

Franziskanerin Doris (67) ist die letzte brauende Nonne

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München - Der Braukessel dampft. Dahinter steht eine Frau und beobachtet, ob der Sud auch wirklich braut. Nur wenn alles richtig läuft, ist sie zufrieden.

Schwester Doris Engelhard ist Deutschlands letzte Nonne, die Bier braut: im Kloster Mallersdorf, zwischen Straubing und Landshut, in der kleinen Klosterbrauerei. Die 67-Jährige leitet die Brauerei seit 33 Jahren. „Ich mag Bier, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt die sympathische Nonne, die der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen angehört.

Dabei kam sie eher wie die Jungfrau zum Kinde zum Bier. Für Doris Engelhard, die aus Herrieden in Mittelfranken stammt, war schon früh klar, dass sie einmal Ordensschwester werden möchte. „Eine Nonne, die in meinem Heimatort Krankenschwester war, hatte mich beeindruckt. Ich wollte wie sie werden.“ Also zog es sie 1962 ins Internat von Kloster Mallersdorf. Der Eintritt ins Kloster war nach der Schule nur noch reine Formsache. Doch es war nicht die Brauerei, die sie interessierte, sondern die Landwirtschaft. „Weil da aber niemand gebraucht wurde, bin ich Brauerin geworden.“

Nach einer zweieinhalbjährigen Ausbildung ging es für Schwester Doris nach Ulm in die Brauereifachschule. Längst hatte sie die Leidenschaft für das süffige Getränk gepackt. „Ich war die einzige Frau dort.“ 1974 schloss sie ihre Meisterprüfung als Jahrgangsbeste ab.

Eine Frau als Braumeisterin – für Doris Engelhard keine große Sache. „Brauen war früher schon Frauensache.“ Selbst Katharina von Bora, die Ehefrau von Martin Luther, braute vor ihrer Hochzeit Bier. „Es heißt nicht umsonst ,heute back’ ich, morgen brau’ ich‘“, sagt die 67-Jährige. Ihr erstes Bier trank Schwester Doris übrigens gemeinsam mit den Burschen bei der Meisterprüfung. „Das erste hat ned ganz so g’schmeckt“, erinnert sie sich und lacht. Das ist heute anders. „Ich trink morgens Kaffee, abends gern ein Bier.“

Die Ordensschwester karrt auch die Biertragerl zum Lager.

Seit 33 Jahren braut sie nun – einmal pro Woche zwei Sud à 38 Hektoliter, gemeinsam mit einem angestellten Brauer. Sie brauen, sie füllen das Getränk ab und sie verkaufen. In der Chronik von Kloster Mallersdorf kann man nachlesen, dass 1623 die Mallersdorfer Mönche das Recht bekamen „Bier unter dem Raiff (fassweise) zu verkaufen“. Das Ziel damals wie heute: zum einen „den Klosterbewohnern ein reines nahrhaftes Getränk zu verschaffen und obendrein sich noch um die Wohlfahrt und Gemütlichkeit einer ehr- und lobesamen Bürgerschaft von Mallersdorf und Umgebung verdient zu machen“.
Auch Schwester Doris will mit ihrem Bier ihre Schwestern sowie die Mallersdorfer versorgen. Insgesamt produziert der Betrieb jährlich 3000 Hektoliter Bier und 700 Hektoliter Limonade. 20 Prozent des Bieres nutzt der 500-köpfige Orden selbst, der Rest wird regional verkauft.

Die Rohstoffe kommen aus der Region. Die Gerste bauen die Armen Franziskanerinnen in der eigenen Landwirtschaft an. Der Hopfen kommt aus der Hallertau, das Wasser aus der Wasserversorgung des Ortes Mallersdorf-Pfaffenberg.

Gebraut wird ein helles Vollbier, ein Maibock, ein Weihnachtsbock sowie ein Doppelbock für die Fastenzeit. „Weißbier oder dunkles Bier gibt’s nicht, das mag ich nicht“, sagt die resolute Ordensschwester.

Ihr Arbeitstag beginnt in der Regel um 7 Uhr morgens, „außer wir kochen Bier, dann geht’s um 3.30 Uhr schon los.“ Zwischendrin gibt es das Morgen-, Mittag- und Abendgebet. Ein Tagesablauf, der Schwester Doris gefällt. „Wer denkt, im Kloster ist man im Wellness-Urlaub, irrt.“ Solange sie fit ist, möchte die brauende Ordenschwester weitermachen. Die Zukunft des Klosterbiers ist bislang nicht gesichert. Eine Nachfolgerin gibt es nicht.

AW

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