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Am Rathei-Weiher zwischen Zell und Karlshuld bei Neuburg a.d. Donau (Bayern) haben Spaziergänger am Sonntag eine Leiche gefunden.

26-Jähriger legt Teilgeständnis ab

Ist Franziskas Mörder ein vorbestrafter Sexualtäter?

Neuburg - Die zwölfjährige Franziska, deren Leiche in einem Weiher bei Neuburg gefunden worden war, ist wohl Opfer eines Sexualverbrechens geworden. Der Tatverdächtige (26) ist der Polizei schon bekannt.

Das letzte Lebenszeichen der kleinen Franziska ist eine SMS. Einer Freundin schreibt sie, dass sie sich verfolgt fühle. Ein grünes Auto sei hinter ihr her. Zu diesem Zeitpunkt, es ist Samstagnachmittag, ist sie mit einer weiteren Freundin auf dem Fahrrad unterwegs. Eigentlich wollen sie zu einem Skaterpark, dann aber trennen sie sich. Franziska will nach Hause fahren. Dann nichts mehr. Stille.

24 Stunden später, am Sonntag gegen 16 Uhr, finden zwei Angler die Leiche des zwölfjährigen Mädchens. Sie liegt an einem Weiher bei Neuburg an der Donau (Kreis Neuburg-Schrobenhausen). Massive Verletzungen zeichnen ihren Körper. Schon hier scheint klar, was Münchner Gerichtsmediziner später bestätigen: Franziska, Schülerin aus der kleinen Gemeinde Adelschlag im Kreis Eichstätt, von ihren Eltern als vermisst gemeldet, ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt nach Angaben des Leitenden Staatsanwalts Helmut Walter „in Richtung eines Sexualverbrechens“. Es gebe außerdem Anhaltspunkte dafür, dass Franziska erschlagen oder erwürgt wurde.

Der Fall ist grausam, und er ist hochbrisant. Die Ermittler rücken am Tag nach der Tat nur mit den nötigsten Informationen heraus. Wer etwas weiß, Polizisten oder Feuerwehrleute, ist zum Schweigen verdonnert, aus „ermittlungstaktischen Gründen“. Nichts soll durchsickern – dabei ist der Tatverdächtige längst gefasst. Es ist der 26-jährige Stefan B. aus dem Kreis Eichstätt. Es ist der Mann aus dem grünen Auto.

Schon am Sonntagabend gegen 21 Uhr nahm die Polizei Stefan B. fest. Laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord waren es Franziskas SMS und einige Zeugenhinweise, die die Ermittler auf die Spur des Wagens führten. Als Polizisten den Toyota auf der B 16, südlich von Neuburg, entdeckten und kontrollieren wollten, flüchtete Stefan B. Die Verfolgungsjagd endet erst bei Auchsesheim, wenige Kilometer von Donauwörth (Kreis Donau-Ries) entfernt. Sogar ein Hubschrauber verfolgte ihn, wie die tz erfuhr.

Stefan B. wurde sofort festgenommen. Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Ingolstadt erließ gestern Haftbefehl wegen des Verdachts auf Mord gegen ihn. Inzwischen hat der Mann ein Teilgeständnis abgelegt. Den Ermittlern ist der 26-Jährige bekannt – anscheinend ist er wegen verschiedener Sexual- und und Körperverletzungsdelikte vorbestraft.

Totes Mädchen in Neuburg - Bilder vom Fundort

Totes Mädchen in Neuburg - Bilder vom Fundort

Neben seiner Befragung war die 25-köpfige Sonderkommission der Kripo Ingolstadt gestern vor allem mit der Spurensicherung beschäftigt. Taucher durchsuchten den Rathei-Weiher nahe Neuburg nach Hinweisen. Auch den Toyota, der Stefan B. verriet, durchsuchten sie.

Über die Umstände der Tat ist wenig bekannt. Was genau mit Franziska geschah, ist unklar. Zu den Ereignissen nach ihrem Verschwinden weiß man schon mehr. Franziskas Fahrrad wurde am Samstagabend an einer Bushaltestelle im Adelschlager Ortsteil Möckenlohe, ihrem Wohnort, gefunden. Die Eltern, die zum Zeitpunkt des Verschwindens auf einer Beerdigung waren, hatten ihre Tochter zuvor als vermisst gemeldet. Sonntagmorgen startete eine groß angelegte Suchaktion. Dann kam die Nachricht über den grausigen Fund. Morgen soll ein Trauergottesdienst für Franziska abgehalten werden, die Urnen-Bestattung findet später statt.  

lby/mel

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