Die Opfer: Lacramioara M. und ihr Sohn

Ex-Mann erhängt Bub (3) - Frau erschlagen

Rosenheim - Polizisten haben am Montag die Leichen einer 37 Jahre alten Frau und eines kleinen Buben im Keller eines Wohnhauses in Rosenheim gefunden. Bei der Kripo Rosenheim wurde die Sonderkommission „Hochgern“ mit 25 Mitarbeitern eingerichtet.

Wer hat Franz Müller gesehen?

Die Beamten sind mit Hochdruck auf der Suche nach dem ehemaligen Ehemann der Frau, einem Rumänen-Deutschen. Mittlerweile fahndet die Polizei öffentlich nach dem 48 Jahre alte Franz Müller und hat daher ein Bild des Mannes herausgegeben. (Hinweise an die Soko Hochgern unter 08031/200-3014 und –3016)

Franz Müller, der getrennt von seiner Frau lebte, steht in dringendem Verdacht, am Montag seine frühere Ehefrau erschlagen und den dreijährigen Sohn erhängt zu haben, so die Polizei. Von dem ebenfalls in Rosenheim lebenden Mann fehlt bislang jede Spur.

Der Täter muss mit großer Brutalität, ja mit menschenverachtender Rohheit vorgegangen sein: Selbst hartgesottene Polizeibeamte waren erschüttert, als sie im Keller eines Rosenheimer Wohnhauses die Leichen eines Kindes und seiner Mutter fanden: Der dreijährige Bub war erhängt worden, die Mutter lag erschlagen daneben. Der Doppelmord erschüttert die Menschen in der rund 60 000 Einwohner zählenden oberbayerischen Stadt.

Bei dem Buben, Markus, handelt es sich laut Bernd Magiera von der Rosenheimer Zweigstelle der Ermittlungsbehörde um das leibliche Kind der 37-Jährigen. Die beiden Opfer wurden inzwischen in der Münchner Rechtsmedizin obduziert. “Ein Ergebnis liegt uns aber noch nicht vor“, sagte ein Sprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim am Dienstag, “Details daraus werden nicht veröffentlicht.“

In diesem Haus ereignete sich das Drama.

Ein Anrufer hatte die Polizei am Montagnachmittag über verdächtige Vorkommnisse im Keller des Hauses am Rosenheimer Brückenberg, in der Hochgernstraße 1, informiert. Wie es hieß, war die 37-Jährige in zweiter Ehe verheiratet. Der Dreijährige soll aus dieser Verbindung stammen. Aus ihrer ersten Ehe hat die Frau eine 16-jährige Tochter und einen halbwüchsigen Sohn, wie weiter bekanntwurde. Bei dem gesuchten Mann handelt es sich nach nicht von den Ermittlern bestätigten Informationen um einen in Rumänien geborenen Deutschen.

Zunächst war befürchtet worden, der Täter könne auch den beiden anderen Kindern der getöteten Frau etwas angetan haben. Doch stellte sich rasch heraus, dass das Mädchen und der Junge wohlbehalten bei Familienangehörigen sind. Sie sollen sich bei Verwandten in Rumänien aufhalten. Über das Motiv der Tat wurde am Dienstag zwar viel spekuliert. So war von familiären Problemen die Rede. Bei der Polizei hieß es aber lediglich: “Erst brauchen wir einen Tatverdächtigen, dann können wir über ein Motiv sprechen.“

Das Verbrechen geschah in einem unscheinbaren vierstöckigen Haus, nicht weit vom Rosenheimer Bahnhof entfernt. In dem schmucklosen Gebäude mit betonierten Balkonen wohnen offensichtlich mehrere ausländische Familien. Darunter liegen eine Apotheke und mehrere Geschäfte, gegenüber eine Spielothek und ein Drogeriemarkt. Die Namensschilder an der Klingelanlage waren am Tag nach dem grausigen Verbrechen mit Zeitungspapier verdeckt.

Einen Tag nach der Tat ist eine gute Bekannte des Opfers erschüttert: "Sie war so eine liebe und ehrliche Frau und eine gute Mutter, es tut mir in der Seele weh", sagt Gerda H. im Interview mit rosenheim24.de. Nach Angaben des Online-Portals habe die 37-jährige Lacramioara M. ihre zwölfjährige Tochter und den zweiten Sohn (15) mit einem Bus nach Rumänien gebracht und kam mit dem dreijährigen Marcus zurück nach Rosenheim.

Der dringend tatverdächtige Deutsch-Rumäne hatte in dem unscheinbaren Wohnhaus an der Hochgernstraße keinen guten Ruf. Er galt als Trinker, erzählen Nachbarn, er habe oft geschrien. „Es gab oft Streit, das hat man bis unten gehört. Vor allem, wenn er fernsehen wollte und der Kleine quengelte.“ Es ist keine gute Wohngegend unweit des Bahnhofs. Gegenüber gibt es eine Spielothek, im Wohnhaus leben viele ärmere Familien. Die Namensschilder an der Klingelanlage sind am Tag nach dem grausigen Verbrechen mit Zeitungspapier verdeckt.

Die Beziehung von Franz Müller und Lacramioara scheiterte und wurde geschieden – wohl auch deshalb, wie Nachbarn erzählen, weil Franz Müller eine Gefängnisstrafe absitzen musste. Nach der Haftentlassung soll er sich wenige Straßen weiter in einer eigenen kleinen Wohnung eingemietet haben.

Und im Haus in der Hochgernstraße fühlen sich die Bewohnern derweil nicht mehr sicher. „In den Keller gehen wir nie wieder“, heißt es. Und: „Wir haben Glück gehabt, dass uns nichts passiert ist.“ Allerdings gibt es auch Selbstzweifel: „Vielleicht hätten wir Nachbarn ein bisschen mehr darauf achten müssen, was da im ersten Stock vor sich geht?“

mm/Rosenheim24.de

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