18-Jährige stürzt am Watzmann ab - tot

Schönau am Königssee - Was für eine Tragik: Vor den Augen ihrer Mutter ist am Dienstag am Watzmann im Berchtesgadener Land eine 18-jährige Freisingerin kurz vor dem Gipfel der 2713 Meter hohen Mittelspitze in den Tod gestürzt.

Wieder einmal ist der Watzmann für einen Menschen zum Schicksals­berg geworden. Es ist kurz nach 7 Uhr, als die 18-Jährige gestern am Watzmannhaus zu ihrer Tour aufbricht. Gemeinsam mit ihrer Mutter und deren Lebensgefährten will sie die Mittelspitze überqueren und über die Südspitze absteigen. Die Strecke ist anspruchsvoll und nicht ungefährlich, aber das Wetter ist gut, und so kommt das erfahrene Trio gut voran. Gegen 10.30 Uhr erreichen die Drei schließlich den Gipfel der Mittelspitze. Dort kann man sich nicht lange aufhalten. Mehr als fünf, sechs Kletterer haben auf der kleinen Plattform keinen Platz. Deshalb geht’s bald weiter. Der Gipfel ist noch in Sichtweite, da passiert es – an einer extrem schmalen Stelle des Grats. Hier ist das sichernde Stahlseil für ein kurzes Stück unterbrochen. Die 18-Jährige will übergreifen – und greift daneben. Einen Moment schwebt sie zwischen Himmel und Erde, dann verliert sie das Gleichgewicht und stürzt. 10, 20, 30, 40, 50 – 100 Meter in die Tiefe.

Es ist der Lebensgefährte der Mutter, der schließlich per Handy die Bergwacht alarmiert. Fassungslos erzählt das Paar den Einsatzkräften, was passiert ist. Die wissen sofort, dass für die 18-Jährige jede Hilfe zu spät kommt. „Einen 100-Meter-Sturz überlebt man nicht.“

Behutsam bergen sie das verzweifelte Paar – dann beginnt für die Bergwacht eine schwierige Zeit: die Totenwache bei der jungen Frau. Stunden vergehen bis zur Bergung. Das 40-Meter-Seil an Bord des Polizeihubschraubers der Landespolizei reicht nicht aus. Ein 60-Meter-Seil muss her. Der Bergwacht-Helikopter hätte zwar eines, doch der darf für die Totenbergung nicht eingesetzt werden. Also wird ein Hubschrauber der Bundespolizei angefordert und dessen Einsatz muss in Potsdam genehmigt werden. Kurz nach 16 Uhr ist er endlich in der Luft.

Schicksalsberg Watzmann – zuletzt war am 11. Juli an der Ostwand ein Kletterer in den Tod gestürzt. Dem 52-Jährigen aus Albaching (Kreis Rosenheim) wurde ein Fels zum Verhängnis. Der brach ab und riss ihn mit in die Tiefe.

tz

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