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Bayerns Feuerwehren wollen Frauen und Migranten werben. Auch hier, beim Brand eines Lkw auf der A 99, waren die Wehren gefragt.

Frauen und Migranten gesucht: Kampagne der Feuerwehr

Unterschleißheim - Bayerns Feuerwehren plagen noch keine Nachwuchssorgen. Damit das so bleibt, will der Landesfeuerwehrverband jetzt gezielt um Frauen und Migranten werben.

Noch haben Bayerns Feuerwehren keine Nachwuchssorgen – aber für den demografischen Wandel wollen die Feuerwehrler gerüstet sein. Der Landesfeuerwehrverband (LFV) will deshalb neue Mitglieder werben und gezielt auch Migranten und Frauen ansprechen. „Wir suchen auch Quereinsteiger – also nicht nur Jugendliche, die sich in der Feuerwehr engagieren wollen“, sagte Alfons Weinzierl, Chef des Landesfeuerwehrverbandes.

Rund 320 000 Aktive gibt es in den freiwilligen Feuerwehren in Bayern, seit etwa vier bis fünf Jahren stagniert die Mitgliederzahl, wie Weinzierl erläuterte. Bei sinkenden Geburtenraten sei in den kommenden Jahren durchaus ein Rückgang der Mitgliederzahlen zu befürchten: „Dagegen wollen wir schon im Vorfeld etwas tun.“

Für September plant Weinzierl den Start einer groß angelegten Imagekampagne, unter anderem will der Verband Werbespots im Kino schalten und in sozialen Netzwerken wie Facebook den Kontakt zu potenziellen Feuerwehrleuten suchen.

Wer sich für das Engagement bei der Feuerwehr entscheidet, muss allerdings viel Freizeit opfern: Um Brände zu löschen oder um Unfallopfern zu helfen, sind in zwei Jahren etwa 180 Ausbildungsstunden nötig. „Auch ein Wochenende in der Feuerwehrschule Regensburg sollte man einplanen“, sagte Weinzierl. „Jedem muss klar sein, dass eine Ausbildung wichtig ist“, betonte der Verbandschef. Zur Grundausbildung kommen dann noch spezielle Schulungen dazu – wenn man etwa zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet werden will.

In vielen Wehren herrscht längst Gleichberechtigung, etwa 22 000 Frauen gehören im Freistaat einer freiwilligen Feuerwehr an. Der Anteil der Frauen dürfte ruhig noch steigen, findet Weinzierl.

Auch bei Migranten wolle man für ein ehrenamtliches Engagement bei der Feuerwehr werben. Eine neuerliche Anhebung der Altersgrenze dürfte nach Ansicht Weinzierls die Zahl der Aktiven dagegen nicht erhöhen. Erst vor einigen Jahren stufte das Innenministerium das Höchstalter für einen aktiven Feuerwehrmann von 60 auf 63 Jahre hoch. Doch in vielen Feuerwehren quittierten Mitglieder ihren Dienst schon mit etwa 55 Jahren, berichtete Weinzierl. Das liege auch an den vielen Stresssituationen, die der Einsatz nun einmal mit sich bringe.

Ungebrochen sei die Faszination für die Feuerwehr bei Jugendlichen. Rund 51 000 Buben und Mädchen – zwischen 12 und 18 Jahre alt – seien bayernweit in den Jugendwehren aktiv. Problematisch wird es laut Weinzierl erst, wenn die jungen Menschen wegen einer Ausbildung oder eines Studiums ihren Heimatort verlassen. „Da muss man darauf achten, dass man sie nicht verliert.“

Die etwa 7700 freiwilligen Feuerwehren im Freistaat werden jährlich zu mehr als 210 000 Einsätzen gerufen – meist zu Bränden oder Verkehrsunfällen: Nach Angaben von Weinzierl werden pro Jahr etwa 9000 eingeklemmte Unfallopfer von der Feuerwehr aus Fahrzeugwracks befreit.

Kathrin Zeilmann

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