Frauen unfruchtbar: Arzt bekommt Bewährung

München - Ein Frauenarzt hatte fünf Patientinnen illegal operiert, vier von ihnen wurden unfruchtbar. Nun wurde der 60 Jahre alte Gynäkologe zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Der Mediziner hatte in den Jahren 2005 bis 2007 bei den damals 24 bis 26 Jahre alten Frauen ohne ausreichende Aufklärung Gewebeproben aus den Eierstöcken entnommen. Die Richterin betonte, dass es sich bei den OPs um Körperverletzung handele, weil die Frauen ohne die erforderliche Information über das Risiko der Eingriffe keine rechtswirksame Zustimmung erteilt hätten.

Die Entnahme von Gewebeproben zur Prüfung eventueller Verwachsungen in den Fortpflanzungsorganen ist nach Einschätzung von Gutachtern sinnlos und riskant. Sie sei nur in absoluten Ausnahmefällen - etwa bei einem konkreten Verdacht auf einen Tumor - gerechtfertigt.

Der Angeklagte war von der Wirksamkeit der Eingriffe hingegen überzeugt. Das wirkte sich bei dem Urteil zu seinen Gunsten aus. Mediziner dürften aber nicht veraltete Methoden nutzen, mahnte die Richterin. “Jeder Arzt muss sich fortbilden und weiter entwickeln.“ Der Angeklagte hat seine Zulassung vor zwei Jahren zurückgegeben.

Vier der Patientinnen leiden seit den Operationen unter Beschwerden der Wechseljahre. Sie wünschten sich Kinder und können keine mehr bekommen, “das ist psychisch sehr belastend“, sagte die Richterin.

Rubriklistenbild: © dpa

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