Wäscheleinen, Nägel und Gullideckel

Diese Freinacht-Scherze waren gefährlich

München - Die sogenannte Freinacht zum 1. Mai ist in weiten Teilen Bayerns ruhig verlaufen, doch einzelne vermeintliche „Scherze“ waren nach Angaben der Polizei gefährlich.

In Sonthofen (Landkreis Oberallgäu) spannten Unbekannte zur sogenannten „Freinacht“ eine Wäscheleine quer über die Straße. Ein Fußgänger blieb darin hängen, er blieb unverletzt. Zudem fuhr ein Auto gegen die in einer Höhe von zwei Meter bis dreißig Zentimeter schräg gespannte Leine. Ob ein Schaden entstand, war zunächst nicht bekannt. Da der Streich schnell bemerkt wurde, konnte die Schnur ohne weitere Vorfälle entfernt werden. Auch in Memmingen wurde eine Wäscheleine über der Fahrbahn rechtzeitig entdeckt.

Eine ähnliche Idee hatten Unbekannte in Weiler-Simmerberg (Landkreis Lindau): Sie legten mehrere mit Nägel gespickte Holzlatten auf die Straße. Ein Anwohner bemerkte die Fallen und entfernte sie. Ebenfalls im Landkreis Lindau, in Oberreute, rollten Jugendliche einen Baumstamm auf die Fahrbahn. Zu Schaden kam niemand. Im Landkreis Erding und in Neu-Ulm huben Unbekannte mehrere Gullideckel aus. Auch hier wurde der Streich rechtzeitig bemerkt und niemand verletzt.

Wie die Sprecher bayerischer Polizeipräsidien übereinstimmend mitteilten, hatten es die Beamten hauptsächlich mit betrunkenen Passanten oder Sachbeschädigungen zu tun. In Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck) setzten Unbekannte ein Dixi-Klo in Brand. In Hof zogen Gruppen grölend durch die Stadt und warfen Mülltonnen um. In Landsberg am Lech fiel ein Betrunkener in einen Bach und zog sich eine Kopfverletzung zu.

Einfallsreich waren Unbekannte in Weßling am Ammersee (Landkreis Starnberg): Sie schraubten die Kennzeichen von sechs Autos ab und montierten sie am dortigen Maibaum.

In Oberbayern warfen Unbekannte Eier auf mehrere Hauswände, in Schwaben wurden Verkehrsschilder umgeworfen oder verschleppt. Mehrere Jugendliche nutzten im Westallgäu die Freinacht für ein nasses Vergnügen: Die Gruppe schlich sich auf das Gelände eines Hotels und nahm in einem außen gelegenen Whirlpool ein Bad.

Die Freinacht-Bilanz von München lesen Sie bei merkur-online.de.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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