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Einen E-Bus aus China testeten die Münchner Verkehrsbetriebe bereits 2013.

Landtags-CSU fordert

Freistaat soll Einsatz von E-Bussen vorantreiben

München - Der Landtag beschließt Zuschüsse für E-Busse. Laut MVG ist die Technik aber noch nicht ausgereift.

Auf den Straßen vieler Innenstädte sind Linienbusse die unumstrittenen Platzhirsche: Sie sind groß, laut und werden fast immer von Dieselmotoren angetrieben. Geht es nach der Landtags-CSU, soll damit bald Schluss sein: In einem am Donnerstag angenommenen Antrag fordert sie die Staatsregierung auf, den Einsatz von E-Bussen in bayerischen Kommunen voranzutreiben. „Gerade für die Luftqualität ist der Einsatz von Elektrobussen ein großer Fortschritt“, sagte der ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber. Mit zusätzlichen Zuschüssen von 1,6 Millionen sollen die Kommunen deshalb für den Kauf von Elektrobussen begeistert werden. „Jetzt müssen die Städte nur noch zupacken“ gab sich Huber zuversichtlich.

Den Verkehr umweltfreundlich und emissionsfrei gestalten wollen auch die Grünen. Mit dem Antrag der CSU sind sie trotzdem nicht zufrieden. Der Grund: Die Fokussierung auf elektrische Antriebe. „Der Antrag fordert ausschließlich eine Förderung von batteriebetriebenen Bussen“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Markus Ganserer. Technologien wie die Brennstoffzelle blieben dagegen außen vor.

Dass der E-Bus die Zukunft ist, glaubt auch die MVG. „Wir wollen vollständig weg von fossilen Energieträgern“, sagte Unternehmenssprecher Matthias Korte. Die Zeit sei aber für E-Busse noch nicht reif – die Batterien sind noch nicht stark genug. Und auch die tatsächliche Reichweite elektrischer Busse schwankt nach wie vor stark. Das größte Problem ist aber der Preis: „Ein Elektrobus kostet ungefähr doppelt so viel wie ein normaler Bus“, sagt Korte.

Gemeinsam mit der Stadt München beschaffe man derzeit trotzdem zwei der Gefährte. Mit der Serienreife der elektrischen Busse rechnet die MVG trotzdem erst in knapp fünf Jahren. Auf Münchens Straßen werden aber auch dann nur bedingt E-Busse rollen, erklärt Matthias Korte. Denn: „Das Fahrgastaufkommen ist zu groß, um es mit Solobussen zu bewältigen. Die entscheidende Frage ist: Wann gibt es einen Gelenkbus, der in München einsetzbar ist?“

Relativ umweltfreundlich sind die bis dahin eingesetzten Gelenkbusse trotzdem: Sie erfüllen aktuelle Abgasnormen und verfügen alle über Rußfilter, die neueren sogar über Stickoxidkatalysatoren. Am gesamten, mit Dieselmotoren betriebenen Verkehr, ist der Anteil der Busse sehr gering: Nur ein Prozent der dieselgetriebenen Fahrzeuge auf Münchens Straßen sind Linienbusse. Bis E-Busse wirtschaftlich einsetzbar sind, bleibt also der Diesel die erste Wahl, „denn ein attraktiver Busverkehr nutzt der Umwelt am meisten“, ist sich MVG-Sprecher Korte sicher.

Emil Nefzger

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