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Eine Frau genießt im November auf einem Campingplatz bei Aitrang (Bayern) neben einem Weihnachtsbaum den Sonnenschein.

2015 soll Rekordjahr werden

Bayerns Fremdenverkehr boomt: Campen im Winter

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München - Für das vergangene Jahr erwartet das Bayerische Landesamt für Statistik Rekordwerte bei Gästeankünften und Übernachtungen in Bayern. Im November war vor allem auf den Campingplätzen im Freistaat jede Menge los.

Der November war ein guter Monat für Werner Wilhelm. Er betreibt zwei Campingplätze in Grainau (Landkreis Garmisch Partenkirchen) am Fuße der Zugspitze – und in diesem Winter rannten ihm die Camper die Türe ein. „Im November hatten wir eine Steigerung um fast 50 Prozent“, sagt er. „Das Wetter war ideal.“ Sonne satt – für viele Grund genug, sich für ein paar gemütliche Tage aus dem Alltag in die Alpen zurückzuziehen.

Aber nicht nur bei Werner Wilhelm lief es gut im November. Gestern hat das Bayerische Landesamt für Statistik vorläufige Zahlen zum Fremdenverkehr in Bayern im Jahr 2015 veröffentlicht. Die Rekordmarken von 2014 werden aller Voraussicht nach noch einmal getoppt. Von Januar bis November 2015 nahm die Zahl der Gästeankünfte in Bayern gegenüber dem Vorjahreszeitraum bereits um 5,7 Prozent auf 32 Millionen zu, die Zahl der Übernachtungen um 3,5 Prozent auf 82,5 Millionen.

Bayerns Campingplätze erlebten trotz Schneemangels einen besonders lebendigen November. Bayernweit nahmen hier die Gästeankünfte um fast 80 Prozent zu, auch bei den Übernachtungen steht ein Plus von 40 Prozent. Spitzenreiter war der Regierungsbezirk Schwaben, doch auch in Oberbayern steht ein dickes Plus. Hier ist der Zulauf vor allem in der Zugspitzregion signifikant.

Camping-Branche boomt

Wie bei Werner Wilhelm in Grainau. Die milden Temperaturen waren seiner Meinung nach aber nicht der einzige Grund für die vielen Gäste im November. „Dass die Herbstferien diesmal komplett in den sonnigen November gefallen sind, hat natürlich auch geholfen.“ Dass der Schnee gefehlt hat, war kein Problem. „Bei uns sind es gar nicht so viele Wintersportler, die kommen“, sagt Wilhelm. „Da gibt es genügend andere Aktivitäten in der Region, sei es eine ausgiebige Wanderung, der Besuch einer der vielen Veranstaltungen im Umkreis – oder einfach unsere Sauna.“ Allgemein boomt die Camping-Branche, davon profitiert auch Wilhelm: „Es wird immer komfortabler zu campen, gleichzeitig ist man aber flexibler als im Hotel. Wenn das Wetter schlecht wird, fährt man einfach weiter.“

Beim Tourismusverband Oberbayern München werden die Campingzahlen etwas vorsichtiger gesehen. „So viele Plätze gibt es bei uns nicht, wenn da ein neuer eröffnet, schlägt sich der Zuwachs schnell auf die Statistik nieder“, sagte ein Sprecher. Dennoch nimmt auch der Verband den gesteigerten Fremdenverkehr natürlich wahr. Der Städtetourismus boomt nach wie vor – und zwar deutschlandweit. „Bei uns schlägt sich das vor allem in München nieder“, sagt der Sprecher. In der Landeshauptstadt wurden bis zum November bislang rund fünf Prozent mehr Übernachtungen gebucht als im Vorjahr. Zudem machen weiterhin viele Deutsche Urlaub im eigenen Land – und viele davon auch in Bayern. Zuwächse bei den ausländischen Touristen gab es vor allem bei Gästen aus der Schweiz, Italien und den Niederlanden.

Viele Berghütten sind von Niederschlägen abhängig

Probleme bereitet der trockene Winter allerdings so manchem Hüttenbetreiber. Die Pürschlinghütte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat derzeit nur noch am Wochenende geöffnet. Der Grund: Akuter Wassermangel. Viele Berghütten sind nicht an die Wasserversorgung angeschlossen, sie müssen sich an nahen Quellen oder Einfassungen versorgen. Wenn der Niederschlag ausbleibt, gibt’s auch kein Wasser. „Eine Hütte ist nunmal kein Hotel“, sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein. „Das ist ein Problem, das manche Hütten immer wieder haben, etwa auch im vergangenen Herbst.“ Damit müsse man leben. Für den Hüttenwirt ist es aber mehr als ärgerlich. Denn von den Rekordzahlen hat er dann reichlich wenig.

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