Im Prozess um den Tod der verhungerten Sarah aus dem fränkischen Thalmässing hat eine Freundin die Mutter des Kindes belastet.

Freundin belastet Mutter der verhungerten Sarah

Nürnberg - Im Prozess gegen den Vater der verhungerten dreijährigen Sarah aus dem fränkischen Thalmässing hat eine Freundin der Familie schwere Vorwürfe gegen die Mutter erhoben.

Die 28-jährige Zeugin sagte am Freitag vor dem Nürnberger Schwurgericht, sie habe Sarah zuletzt etwa vier Monate vor ihrem Tod im Frühjahr 2009 gesehen. Damals sei das Mädchen schon stark abgemagert gewesen. Darauf angesprochen, habe ihr Sarahs Mutter Angela R. erklärt, sie sei mit ihrer Tochter bereits beim Arzt gewesen. Das Kind müsse nun eine Sondernahrung zu sich nehmen. Danach habe sie Sarah aber nicht mehr zu Gesicht bekommen.

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Verhungerte Sarah aus Thalmässing beerdigt

“Auf meine Fragen nach ihr hieß es immer, sie schläft oder ist bei der Schwägerin“, sagte die 28-Jährige. Sarah war am 10. August 2009 in einer Nürnberger Klinik an den Folgen ihrer Mangel- und Unterernährung gestorben. Ihr 30-jähriger Vater Patrick R. muss sich dafür seit Dienstag vor dem Nürnberger Landgericht wegen Mordes und Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten. Das Verfahren gegen seine Frau Angela wurde vorübergehend eingestellt.

Die 27-Jährige ist schwer krebskrank und daher nicht verhandlungsfähig. Ein Urteil soll am 18. November gesprochen werden. Die Zeugin sagte weiter, sie habe auch versucht, in Sarahs Kinderzimmer zu gelangen. Allerdings sei die Tür verschlossen gewesen. “Ich habe keinen Ton von ihr gehört“, schilderte sie. Ansonsten hätte sie die Tür eingetreten. “Woher sollte ich denn wissen, dass ihre Mutter lügt?“, fragte die 28-Jährige. Weil die Wohnung wie ein Schlachtfeld ausgesehen habe, will sie aber mehrfach anonym beim Jugendamt angerufen haben. Die Behörde bestreitet das.

dapd

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