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Nach Lockdown-Entscheidung: Friseure bangen um Existenz - Angst vor „Horrorszenario“

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Von: Tanja Kipke

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In einigen Regionen müssen Friseursalons wohl bald wieder schließen.
In einigen Regionen müssen Friseursalons wohl bald wieder schließen. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Friseursalons in Bayern steht in einigen Regionen eine erneute Schließung bevor. Der Landesinnungsverband kritisiert Söders Entscheidung scharf - und fordert Hilfe.

München - Die Corona-Lage in Bayern bleibt angespannt. Markus Söder beschloss daher neue Maßnahmen für den Freistaat. Für Friseure gilt ab Mittwoch landesweit die 2G-Regel. Zuvor konnten Kunden auch noch mit einem negativen PCR-Test einen Haarschnitt bekommen. Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, hielt bereits die 3G-plus-Regel für „völlig unverhältnismäßig und überzogen.“

Die Inzidenzen in Bayern schießen jedoch weiter in die Höhe. Aktuell liegen neun Kreise über der 1000er-Marke und gelten somit als Hotspots. In diesen Gebieten werden die Maßnahmen nun noch weiter verschärft - ein Lockdown droht. Am morgigen Dienstag (23. November) will die Staatsregierung dies offiziell bekannt geben. Bedeutet für körpernahe Dienstleistungen, wie Friseursalons, die erneute Schließung. Christian Kaiser, Landesinnungsmeister, reagiert fassungslos über diese Entscheidung.

Friseur-Verband kritisiert Söders Lockdown-Entscheidung scharf

„Eine Schließung bedeutet den Tod von Unternehmen und ein Abwandern in die Schwarzarbeit und damit eine weitere unkontrollierte Verbreitung von Covid 19* in der Gesellschaft“, wird Kaiser in einer Pressemitteilung des Landesinnungsverbandes zitiert. „Das ist keine verantwortungsvolle Politik für den Freistaat“, schimpft er weiter, „sondern reine Symbolpolitik, wenn dieses Horrorszenario eintritt.“ Man erwarte von der Regierung ein wirksames Sofortprogramm in Form von Umsatzentschädigungen sowie sofortige Steuerstundungen. 

„Viele unserer Betriebe haben sich von über 16 Wochen staatlich verordnetem Lockdown noch nicht erholt“, so der Landesinnungsmeister. Die erneute Schließung würden etliche nicht verkraften. „Ein Friseursalon war und ist kein Hotspot, wenn er sich an die strikten Hygienemaßnahmen hält.“

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In anderen Bundesländern gelten Friseure zur Grundversorgung

In anderen Bundesländer, in denen die Inzidenzen ebenfalls hoch sind, dürfen Friseursalons offen bleiben. So zum Beispiel in Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen. Dort wurden sie als Grundversorgung definiert. „Nur in Bayern schaltet die Regierung wohl auf stur und setzt auf blanken Aktionismus ohne die Fakten zu berücksichtigen“, so Kaiser weiter. 

Kaiser sei enttäuscht, dass die Verantwortlichen in der Politik nicht das Gespräch mit dem Friseurhandwerk gesucht haben. „Das ist absolut kein guter Stil, den wir in Bayern sonst miteinander pflegen.“ Er fordert deshalb einen „interministeriellen Arbeitskreis unter Beteiligung des Landesinnungsverbandes“. Zudem appelliert er an die Landtagsabgeordneten, der erneuten Schließung von Friseursalons nicht zuzustimmen. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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