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Werner Giers, der ehemalige Chefredakteur des "Münchner Merkur" ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Nachruf

Früherer Merkur-Chefredakteur Werner Giers gestorben

München - Werner Giers, der ehemalige Chefredakteur des "Münchner Merkur" ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Hier lesen Sie einen Nachruf.

Am Freitag verstarb in Gräfelfing (Landkreis München) Werner Giers (87). Von 1983 bis 1995 war er alleiniger Chefredakteur dieser Zeitung.

Der im westfälischen Hamm geborene Journalist war zuvor viele Jahre Chefredakteur bei dem westfälischen Zeitungsverbund Zeno und den Westfälischen Nachrichten, Münster, gewesen. Lange gehörte er, gefördert von dem CDU-Politiker Dufhues, dem Rundfunkrat des WDR an.

Giers übernahm die Chefredaktion des Münchner Merkur und seiner oberbayerischen Heimatzeitungen mit dem Ziel, eine grundlegende Neuausrichtung aller mit dem Merkur verbundenen Zeitungen vorzunehmen. Sehr bald schon zeigte sich, dass unsere Zeitung in dem Westfalen Giers einen großen, unabhängigen Publizisten gefunden hatte, einen Profi des Zeitungsmachens, der punktgenau nach Bayern passte.

Werner Giers machte "Münchner Merkur" zur Zeitung mit den meisten Lesern in Bayern

Mit seinem Respekt vor den Leistungen aller Bürger gewann Giers die anhaltende Sympathie der Leser. Unter seiner Ägide wurde der Münchner Merkur mit den angeschlossenen Titeln zur Zeitung mit den meisten Lesern in Bayern. Giers war durch und durch ein politischer Mensch mit den dazu gehörenden Ecken und Kanten. Er verstand es meisterhaft, persönliche Nähe zu bayerischen Politikern und Amtsinhabern zu verbinden mit dem gebotenen Abstand, den die Unabhängigkeit der Zeitung erforderte. Giers wurde für seine herausragende publizistische Tätigkeit wiederholt ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Bayerischen Verdienstorden sowie der Bayerischen Verfassungsmedaille.

Werner Giers war für unsere Zeitung ein Glücksfall. Er genoss die Anerkennung seiner Mitarbeiter und hat das Blatt geprägt wie kein anderer. Auch in den vielen Jahren nach seiner Pensionierung ist er der Zeitung, seinen alten Mitarbeitern und dem politischen Leben als wacher Beobachter, Berater und Kritiker verbunden geblieben.

Wir trauern mit seiner Familie um diese herausragende Persönlichkeit. Viel haben wir ihm zu verdanken.

Dirk Ippen,

Verlag und Redaktion Münchner Merkur

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