Führungskrise beim DAV: Oben wird die Luft dünn

München - Im Juli trat der Präsident des Alpenvereins zurück, jetzt geht wohl auch noch der Vize von der Fahne. Eine Neuwahl am Wochenende soll endlich für Ruhe sorgen.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) steckt in der Krise. An diesem Samstag soll Josef Klenner in Osnabrück zum neuen Präsidenten gewählt werden. Der Neue ist der Alte – bereits von 1992 bis 2005 stand er an der Spitze des DAV. Jetzt soll Klenner es erneut richten, Ruhe reinbringen, schlichten, vereinen. Die Aufgabe scheint beinahe überwältigend, so mühselig wie der Aufstieg zum Mount Everest. Denn die Kluft zwischen den verschiedenen Strömungen des Verbands ist gewaltig.

Traditionalisten kontra Sportkletterer, Naturschützer gegen Olympia-Befürworter, Geschäftsleute versus Sonntagsausflügler. Und dann wirft auch noch das wichtigste Bindeglied hin. Rückblick: Anfang Juli tritt DAV-Präsident Heinz Röhle zurück und verkündet im selben Atemzug auch noch seinen Austritt aus dem Verband. Zuvor wurde er hart wegen seines angeblich autoritären Führungsstils angegriffen. Er habe einfach alles an sich gerissen, heißt es. Andere vermuten ein Komplott. Der Präsident wurde geschasst, damit der DAV der Olympia-Bewerbung die Stange hält, lauten Gerüchte.

Jetzt scheint auch Vize-Präsident Ulrich Kühnl die Nase gestrichen voll zu haben. Am Dienstag verkündete er seine Absicht, dieses Wochenende zurückzutreten.„Herr Kühnl will den Weg für einen Neustart freimachen“, kommentiert DAV-Geschäftsführer Thomas Urban den angekündigten Rücktritt trocken. „Eine Führungskrise sehe ich nicht“, sagt Urban.

tom

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