Fünf Soldaten wegen tödlicher Schlägerei vor Gericht

Passau/Aicha - Knapp acht Monate nach einer tödlichen Disco-Schlägerei im niederbayerischen Aicha vorm Wald müssen sich fünf junge Bundeswehrsoldaten vor dem Landgericht verantworten.

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Die Angeklagten sollen am 6. Februar einen 27-Jährigen totgeprügelt haben. Da alle fünf Beschuldigten zur Tatzeit zwischen 19 und 20 Jahre alt waren, wird vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Passau gegen sie verhandelt. Der Prozess beginnt in der kommenden Woche am 24. September.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war das Quintett - alle betrunken - am frühen Morgen auf dem Parkplatz vor der Diskothek sowohl untereinander als auch mit dem Opfer in Streit geraten. Der wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagte Hauptbeschuldigte soll dem 27-Jährigen mit der Faust gezielt in die linke Augenhöhle geschlagen haben. Der Mann erlitt eine Gehirnblutung, an deren Folgen er wenig später starb. Den übrigen Angeklagten wird Beteiligung an der Tat vorgeworfen. Ein unmittelbares Verschulden am Tod des 27-Jährigen sieht die Anklagebehörde bei ihnen nicht.

Die Soldaten waren nach der Tat geflüchtet, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Eine Besonderheit in dem Prozess ist, dass einer der fünf jungen Deutschen zusätzlich wegen vorsätzlicher Körperverletzung an einem Mitangeklagten, dem Cousin des Todesopfers, vor Gericht stehen wird. Weil der Cousin ebenfalls Schläge abbekam, wurde er als Nebenkläger in dem Verfahren zugelassen. Dies führt dazu, dass er Angeklagter und Nebenkläger zugleich ist.

Die Jugendkammer hat drei Verhandlungstage angesetzt. Am 15. Oktober sollen nach der bisherigen Planung die Urteile verkündet werden. Es sind zahlreiche Zeugen geladen. Außerdem sollen ein psychiatrischer und ein rechtsmedizinischer Sachverständiger gehört werden. Als Nebenkläger sind die Eltern des 27-Jährigen und dessen Bruder zugelassen.

dpa

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