Fünffache Mutter erschlagen - danach ging´s auf die Wiesn

Memmingen/Thannhausen - Ein Jahr nach dem brutalen Mord an einer fünffachen Mutter muss sich seit Dienstag der 47 Jahre alte Ehemann vor dem Landgericht Memmingen verantworten.

Dem 47-jährigen Familienvater wird zur Last gelegt, die von ihm getrennt lebende Frau im September 2008 in ihrem Wohnhaus in Thannhausen (Landkreis Günzburg) mit einem Beil erschlagen zu haben. Der Angeklagte äußerte sich zum Prozessbeginn nicht zur Tat. Bei der Vernehmung soll er nach Angaben eines Kriminalbeamten das Tötungsdelikt eingeräumt haben. "Ich weiß, was ich meiner Frau angetan habe", soll er gesagt haben. Allerdings sei er von seiner Frau provoziert worden.

Zwei der Söhne hatten ihre tote Mutter am Morgen nach der Tat im Wohnzimmer gefunden. "Sie lag auf dem Sofa, alles war voller Blut", schilderte der älteste Sohn (19) vor Gericht. Der Vater, der nicht mehr bei der Familie lebte, soll laut Anklage nachts durch die unversperrte Haustür in das Gebäude gelangt sein. Im Wohnzimmer habe er seine schlafende Frau vorgefunden und sie durch sieben Schläge auf den Kopf mit der stumpfen Seite des Beils getötet.

Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft Wut über die gescheiterte Beziehung und das vom Opfer knapp drei Wochen zuvor erwirkte Kontaktverbot. Sie geht von Mord aus niederen Beweggründen und Heimtücke aus. Der Angeklagte, der die irakische und syrische Staatsbürgerschaft besitzt, soll seine Frau mehrfach bedroht haben, weil sie nicht mit ihm nach Syrien gehen wollte.

Drei seiner Kinder, die am ersten Prozesstag als Zeugen geladen waren, berichteten von der großen Angst ihrer Mutter vor dem Vater. Aus diesem Grund habe sie am Morgen vor der Tat das Haustürschloss auswechseln lassen. "Er hat mehrmals gesagt, dass er sie umbringen will", erzählte die Tochter (22).

Das Verhältnis ihrer Eltern beschrieb sie als schwierig und zerrüttet. "Das war keine Ehe. Er hat sie beschimpft und geschlagen." Der Angeklagte hatte nach der Tat die Flucht ergriffen. Er soll nach Angaben der Ermittler zuerst mit dem Auto nach München gefahren sein und dort das Oktoberfest besucht haben. Anschließend soll er versucht haben, sich ins Ausland abzusetzen. In einem Zug von München in Richtung Prag war er zwei Tage nach der Tat festgenommen worden. Der 47-Jährige ist bereits wegen Körperverletzung gegen seine Frau und seine Tochter vorbestraft. Ihm droht lebenslange Haft. Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage angesetzt.

dpa

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