16-Jähriger wollte Sprengsatz zünden

Die Bilanz der Polizei zur Halloween-Nacht

Ingolstadt - Die Halloween-Nacht ist heuer in Bayern von teils üblen Attacken sogenannter Grusel-Clowns überschattet worden.

Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zählte Bayerns Polizei allein deswegen 71 Einsätze, zwei Personen wurden durch die Clowns leicht verletzt.

Insgesamt rückte die bayerische Polizei 764 Mal an Halloween aus, in erster Linie wegen Ruhestörungen und Sachbeschädigungen, wie es am Dienstag in einer Mitteilung hieß. „Bei üblen Scherzen und Grusel-Clowns versteht die Bayerische Polizei keinen Spaß“, sagte Herrmann. Jede Straftat werde verfolgt und der Staatsanwaltschaft vorgelegt.

Im Münchner Westpark kam es in der Nacht zu einer gefährlichen Körperverletzung durch einen Grusel-Clown. Der maskierte Unbekannte soll eine Machete oder ein langes Messer in der Hand gehalten haben. Einem 20-Jährigen fügte er damit oberhalb des Auges eine rund fünf Zentimeter lange Schnittverletzung zu. Der Täter ist flüchtig.

Bewaffnet mit einer Deospraydose und einem Feuerzeug griff ein Grusel-Clown im oberbayerischen Altötting einen Mann und vier Kinder an. Der Maskierte entzündete das austretende Gas und ging mit der Flamme auf die Gruppe zu, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Vater stellte sich schützend vor seinen Sohn und die drei Nachbarskinder, schließlich konnte er dem Clown die Spraydose aus der Hand treten. Der Unbekannte flüchtete. Verletzt wurde niemand.

Auch in Kitzingen in Unterfranken kam es an Halloween zu einem Vorfall mit einem Grusel-Clown und einer verletzten Person. Der maskierte Täter verfolgte am Abend zwei Frauen und versuchte, nach deren Handtasche zu greifen. Dabei drohte der Grusel-Clown mit einem Schlagstock. Bei der Flucht stürzte eine Frau und verletzte sich leicht an der Hand und an der Hüfte. Als ein Passant den beiden Frauen zu Hilfe kam, flüchtete der Grusel-Clown. Der mutmaßliche Täter, ein 29-Jähriger, konnte wenig später von der Polizei vorläufig festgenommen werden.

Doch nicht nur Clowns verbreiteten in der Halloween-Nacht Schrecken. Maskiert und mit einer Axt in den Händen sprang in Niederbayern ein 14-Jähriger vor ein Auto und bedrohte den Fahrer. Der Jugendliche flüchtete, konnte kurz darauf aber von einer Streife in Aiglsbach (Landkreis Kelheim) festgenommen und seiner Mutter übergeben werden.

Etwa 60 Halloween-Notrufe zählte die Einsatzzentrale in der Oberpfalz bis zum frühen Morgen. Zehn Anrufe bezogen sich auf das Auftreten von Clowns. Meist waren sie unbewaffnet. Mit Motorsägen zogen drei maskierte Männer durch Weiden. Allerdings waren die Ketten entfernt, die Polizei stellte die entschärften Geräte dennoch sicher.

mm

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture alliance / dpa

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