Pendlerzug zwischen Augsburg und München

Fugger-Express: Fahrgastverband fordert besseres Angebot

Münchner pendeln nach Augsburg zur Arbeit, Augsburger pendeln nach München. Der Fugger-Express ist für beide Gruppen ein wichtiges Verkehrsmittel - doch es gibt wieder einmal Kritik am Angebot.

Augsburg - Die Initiative Pro Bahn fordert Verbesserungen des Bahnangebots in Schwaben und den angrenzenden Regionen. Der Fahrgastverband hat deswegen mit der Sammlung von Unterschriften begonnen, um eine Petition an den Bayerischen Landtag zu richten. Grund für die Unterschriftensammlung sei, dass im Sommer die Strecken des Fugger-Expresses sowie angrenzender Regionalbahnen neu ausgeschrieben würden, teilte Pro Bahn mit. Wer die Ausschreibung gewinne, könne die Strecken voraussichtlich von 2021 bis 2033 betreiben. Derzeit ist die Deutsche Bahn für den Fugger-Express verantwortlich.

Der Fahrgastverband verlangt, dass in der Ausschreibung deutliche Verbesserungen des Angebots festgeschrieben werden. Dabei geht es nicht nur um den Fugger-Express, der München mit Augsburg verbindet und dann über die Landesgrenze nach Ulm oder nach Treuchtlingen in Mittelfranken weiterfährt. Auch für die Paartalbahn (Augsburg - Ingolstadt) und die Ammerseebahn (Augsburg - Weilheim) will die Initiative Verbesserungen.

Der Fugger-Express ist eine wichtige Linie für die zahlreichen Augsburg-München-Pendler. In der Vergangenheit gab es immer wieder Beschwerden über das Angebot der Regionalbahn. Aktuell kritisiert der Fahrgastverband, dass jede zehnte Bahn verspätet sei, obwohl eine 96-prozentige Pünktlichkeit vertraglich vereinbart sei. Voraussichtlich ab 2023 werde es noch schlimmer, weil dann noch zusätzliche ICE-Züge auf die nicht ausgebaute Strecke Augsburg - Ulm kommen sollen. Oftmals kommt es dann zu Verzögerungen im Regionaltakt, weil die Fernverkehrszüge Vorrang genießen.

Pro Bahn fordert auch bequemere Sitze, eine kürzere Taktung der Züge auf bestimmten Strecken und zu besonderen Zeiten, mehr Platz für Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen sowie ein mobiles Internetangebot (WLAN) in mehr Zügen. Von der staatseigenen Bayerischen Eisenbahngesellschaft war zunächst keine Stellungnahme zu der Kritik zu erhalten.

Auch Kommunen aus dem Kreis Fürstenfeldbruck hatten bereits eine Petition an den Landtag wegen der Neuausschreibung der Augsburger Bahnnetze geschickt. Die Kommunalpolitiker verlangen, dass der Fugger-Express in Althegnenberg, Haspelmoor und Mammendorf häufiger als bisher hält, damit mehr Bürger aus dem oberbayerischen Landkreis die Bahnen nutzen können.

lby

Rubriklistenbild: © Oliver Bodmer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zu wenig Geld? Ein Fünftel aller Polizisten in München hat einen Nebenjob
Bekommen Polizisten in Bayern zu wenig Geld? Zahlen des Innenministeriums lassen das vermuten: Fast jeder Siebte von ihnen hat einen Nebenjob.
Zu wenig Geld? Ein Fünftel aller Polizisten in München hat einen Nebenjob
Fliegerbombe erfolgreich entschärft: Bewohner dürfen zurück
Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Freitag bei Baggerarbeiten in der Gemeinde Kastenau im Landkreis Rosenheim gefunden. 
Fliegerbombe erfolgreich entschärft: Bewohner dürfen zurück
Abgeordneten-Prozess: Auch nach zwei Jahren kein Termin
Der Abgeordnete Günther Felbinger wartet weiter auf einen Gerichtstermin. Er soll den Landtag um viel Geld betrogen haben, doch das Landgericht priorisiert andere Fälle …
Abgeordneten-Prozess: Auch nach zwei Jahren kein Termin
Bayern erhöht Ausgaben um 524 Millionen Euro
München – Durch neue Projekte summieren sich die Ausgaben des Freistaats 2018 auf 59,9 Milliarden Euro. Die CSU-Fraktion setzt dabei kleine Nadelstiche gegen die …
Bayern erhöht Ausgaben um 524 Millionen Euro

Kommentare