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Fußball-WM im Winter - da laufen die Biergarten-Wirte Sturm.

Public Viewing mit Glühwein statt Bier?

Biergarten-Wirte protestieren gegen Fußball-WM im Winter

München/Nürnberg - Public Viewing mit Glühwein statt mit Bier? Die Verlegung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 vom Sommer in den Winter sorgt auch in Bayern für Diskussionen.

Der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG), Ulrich Brandl, will sich damit nicht ohne weiteres abfinden. „Wir sind der Meinung, dass da dringend noch mal nachgedacht werden muss“, sagte er auf Anfrage am Mittwoch in München. Ungünstig ist die Verlegung vor allem für die Biergärten, die auf ein Topevent verzichten müssen. „Fakt ist, das bedeutet für uns Umsatzverluste.“

Nach dem Willen der Task Force des Weltverbands soll die Fußball-WM im November und Dezember 2022 in Katar stattfinden. Brandl hielt diese Nachricht zunächst für einen Scherz: „Als ich das gehört habe, habe ich mich gefragt, ob wir den 1. April haben.“ Eine Rebellion der Gastwirte kann er sich aber nicht vorstellen. „Wir werden auch mit einer WM im Winter umgehen können.“ Und spätestens wenn die deutschen Kicker wieder auf dem Rasen stehen, zählen nur die Tore.

Was für die Biergarten-Wirte eine schlechte Nachricht ist, ist für Bars, Cafés oder Restaurants gar nicht so übel: Sie dürften als öffentliche Wohnzimmer für Millionen Fußball-Fans auch im Winter gut gefüllt sein, teilte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mit.

2022 könnte so manche Weihnachtsfeier vor dem Fernseher stattfinden - und die Weihnachtsmärkte während der Spiele der deutschen Mannschaft leerer sein. Denn Torjubel und adventliche Besinnlichkeit vertragen sich nur bedingt. So soll der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt vom Fußballzirkus verschont bleiben. „Ganz bestimmt wird es dort kein Public Viewing geben“, versicherte ein Sprecher der Stadt. Der Christkindlesmarkt sei der „denkbar ungeeignetste Ort“ für eine Fußballübertragung.

Ähnlich auf dem Münchner Christkindlmarkt. „Die Fußgängerzone wird ohnedies voll sein wie jedes Jahr“, mutmaßt der Pressesprecher des städtischen Referats für Arbeit und Wirtschaft, Wolfgang Nickl. Rund 3,2 Millionen Menschen besuchten vergangenes Jahr die weihnachtlich geschmückten Buden. Weniger Besucher während der WM befürchtet Nickl allenfalls während wichtiger Spiele. „Nicht jeder Fußballfan ist automatisch ein Christkindlmarkt-Fan.“

Gut verbinden lassen sich Weihnachten und Fußball dagegen auf dem Winter-Tollwood in München. „Wir haben bisher die Spiele der WM im Sommer im Freien oder auch in verschiedenen Zelten übertragen“, teilte das Festival mit. „Sollte die WM 2022 im November/Dezember stattfinden, werden wir auch in den Wintermonaten die Übertragung an geeigneten Stellen auf dem Tollwood Winterfestival zeigen.“

dpa

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