Fußpfleger gibt sich als Arzt aus - Prozess

Aschaffenburg - Ein gelernter Fußpfleger hat monatelang als falscher Arzt gearbeitet und muss sich deshalb von Donnerstag (11. November) an vor dem Landgericht Aschaffenburg verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 56-Jährigen Betrug in 110 Fällen und gefährliche Körperverletzung in 1936 Fällen vor. Durch die Machenschaften des Mannes entstand laut Anklage ein Schaden von mehr als 122 000 Euro.

Der Fußpfleger hat nach Erkenntnissen der Ermittler in Franken, Thüringen und Baden-Württemberg praktiziert und sich als “Dr. med.“ ausgegeben. Der 56-Jährige aus dem Raum Miltenberg soll seit 2008 verschreibungspflichtige Medikamente verordnet, mehr als 100 Mal Blut abgenommen und seinen ahnungslosen Patienten für die Behandlung Privatrechnungen gestellt haben. In mehr als 1800 Fällen soll der falsche Mediziner auch Spritzen gegeben haben.

Ernsthaft zu Schaden kam niemand. Da die Patienten aber nur in die Behandlung einwilligten, weil sie den Mann für einen echten Mediziner hielten, steht der 56-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat der ausgebildete medizinisch-orthopädische Fußpfleger in Aschaffenburg, Nordheim am Neckar und in Kromsdorf bei Weimar gearbeitet.

Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. Wegen Betrugsdelikten saß er bereits in Österreich, den USA und in Deutschland im Gefängnis.

dpa

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