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Ihr erster Großeinsatz: Polizeimeisteranwärterin Lena Graf (21, Bildmitte) war beim G7-Gipfel in Elmau mit ihren Kollegen von der Bereitschaftspolizei Königsbrunn im Einsatz. Aufgabe: Sperrgitter aufstellen. Als Dankeschön durfte sie zum Empfang in die Münchner Residenz.

Empfang

Riesen-Einsatz bei G7: Herrmann sagt Danke

München - Der G7-Gipfel war der größte Polizeieinsatz in Bayerns Geschichte – und nur mit Hilfe zehntausender, zum Teil ehrenamtlicher Einsatzkräfte zu stemmen. Dafür bedankte sich Innenminister Herrmann nun. 

Bei der Nationalhymne hört er auf zu erzählen. Da steht Jonathan Alberts, Hauptmann der Gebirgsjäger in der Mittenwald-Kaserne, still. Aber als das Polizeiorchester den letzten Ton in den Innenhof der Münchner Residenz geblasen hat, spricht er wieder bereitwillig über die zwei Wochen im Juni. Zwei Wochen Ausnahmezustand. Zwei Wochen G7.

Es wuselt im Innenhof der Residenz. Alles ist voller Uniformen. Grün, blau, ein strenges grau oder ein ziemlich braunes braun – die Farbpalette ist nahezu vollständig vertreten. Innenminister Joachim Herrmann (CSU, auch in blau, aber im Anzug) hatte geladen. Um dem bunten Pulk an Einsatzkräften für ihre Hilfe beim G7-Gipfel in Elmau zu danken.

„Es war schon stressig“, sagt Alberts über den G7-Einsatz. So stressig, dass der Krüner seine persönliche Einladung zum Obama-Besuch ausschlagen musste. Dienst geht vor. 12-Stunden-Schichten schoben er und seine Kameraden in der Kaserne. Immer in Bereitschaft, falls der Ernstfall eintritt. Aber es blieb ruhig. „Ich bin froh, dass wir nicht in Erscheinung treten mussten.“ Und so verbrachten die Kameraden die Gipfel-Tage vor allem vor dem Fernseher – mit der Live-Berichterstattung aus Elmau.

Rund 40 Kilometer von Mittenwald entfernt ein ähnliches Bild: Die Freiwillige Feuerwehr Ehrwald (Tirol) wartet hinter der Grenze auf den Einsatz. Und spielt zum Zeitvertreib Fußball. „Wir haben solange unser Gerätehaus instand gesetzt“, sagt Kommandant Björn Scherer. Zum Einsatz kam es erst am Gipfelsamstag um 18 Uhr. Wegen Hochwassers in der Heimatgemeinde.

Lena Graf hatte da schon mehr zu tun. Die 21-jährige Polizeimeisteranwärterin war mit ihrer Gruppe der Bereitschaftspolizei Königsbrunn im Einsatz. Für sieben Tage waren die 160 Anwärter in der Mittenwald-Kaserne untergebracht – und zuständig für die Sperrgitter. Wo auch immer zwischen Garmisch-Partenkirchen, Krün und Elmau eine Absperrung aufgestellt wurde: Lena Graf war dabei. „Die 16-Stunden-Schichten gingen schon an die Substanz“, sagt sie. „Aber es war aufregend.“ Ärgerlich war nur, wenn nach fünf Stunden Sperrgitter-Aufbau auf einmal die Ansage kam: Das muss doch woanders hin. Entschädigt wurde die kräftezehrende Woche mit zwei Tagen Sonderurlaub.

Herrmann dankte allen Beteiligten überschwänglich. Alle rund um Elmau eingesetzten Verbände durften ein Kontingent an Helfern in die Residenz schicken, wo die Anwesenden dann mit Weidekalb-Rouladen-Häppchen oder Mangold-Strudel versorgt wurden. Als Zeichen der Verbundenheit erhält jede Einsatzkraft eine G7-Anstecknadel. Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) betonte, dass ein „Vergelt’s Gott“ heute nicht mehr selbstverständlich sei. Und mahnte gleichzeitig, die ehrenamtlichen Helfer auch nach dem G7-Gipfel weiterhin zu unterstützen.

Dominik Göttler

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