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Viele wollen das neunjährige Gymnasium zurück.

JU plötzlich für neunjähriges Gymnasium 

G8-Front bröckelt: Der Nächste wechselt die Seite

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München – Stück für Stück weicht die Front der G9-Verhinderer auf: Erst war es die Direktorenvereinigung, dann die Landeseltern-Vereinigung, am Wochenende nun die Junge Union:

Der Vorstand des CSU-Nachwuchses hat sich für das neunjährige Gymnasium ausgesprochen. SPD, Grüne und Freie Wähler begrüßten den Positionswechsel. „Alle Fakten liegen auf dem Tisch“, lästerte der Grünen-Bildungsexperte Thomas Gehring. „Mit wem will Herr Spaenle noch reden?“

Der Beschluss kommt in seiner Eindeutigkeit überraschend, war es doch gerade die JU mit ihrem Vorsitzenden, dem Landtagsabgeordneten Hans Reichhardt, die lange eisern am G8 festgehalten hatte. Allerdings: Entschieden ist offiziell bisher nicht. Nach offizieller Lesart soll erst frühestens im März ein G9-Beschluss stehen. Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Michael Schwägerl, spricht von einer „heiklen und entscheidenden Phase“. Innerhalb der CSU-Fraktion mehren sich die Stimmen, die das G9 befürworten, sagt er. Schwägerl muss es wissen: In der vergangenen Woche traf sich die CSU-Fraktionsführung mit der Spitze des Philologenverbands. Quintessenz des Treffens, wie Teilnehmer berichten: An dem G9 führe kein Weg vorbei. Freilich ist weiter unklar, wann die CSU-Fraktion dazu einen Beschluss trifft. Auch Kultusminister Ludwig Spaenle hat sich bisher nicht neu positioniert, er spricht von einem „Dialog“, dessen Ende in Sicht sei. Den JU-Beschluss nennt er einen „ernst zu nehmenden Beitrag“.

Derweil wird hinter den Kulissen schon über Details des neuen G9 gesprochen. Alle Beteiligten wissen zum Beispiel, dass dann auch ein neuer Lehrplan notwendig ist und über die Stoffverteilung in den einzelnen Schuljahren gesprochen werden muss. Ebenfalls heikel: Wenn das G9 zum Schuljahr 2018/19 „von unten“ her kommt, also mit der 5. oder 5. und 6. Klasse beginnt, dann gibt es in absehbarer Zeit ein Jahr ohne Abiturjahrgang. Kenner der Materie sagen freilich, das sei zu bewerkstelligen. Mit dem Problem eines doppelten Abiturjahrgangs bei der G8-Einführung sei man schließlich auch zurechtgekommen.

Auch ein Sonderproblem ist noch nicht gelöst: die Mittelstufe plus. Der auf zwei Jahre angelegte Schulversuch läuft dieses Jahr aus. Zur Erinnerung: Die Mittelstufe plus ist die um ein Jahr verlängerte Mittelstufe, Schüler an 47 Versuchs-Gymnasien (unter anderem Miesbach und Puchheim) absolvieren die 8. bis 10. Jahrgangsstufe in vier statt drei Jahren. Im nächsten Schuljahr würde für den ersten Versuchs-Jahrgang nun der Besuch der Klasse „9+“ anstehen. Doch der Kultusminister hat die Fortführung noch nicht genehmigt. In welche Klassen die betroffenen Schüler künftig gehen, steht somit noch nicht fest. 

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