Umfrage: 80 Prozent unzufrieden

Mehrheit fordert Abkehr vom G8

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München – Eine große Mehrheit der bayerischen Bürger ist für eine umfassende G9-Reform. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage, die der Bayerische Philologenverband zum Start des Volksbegehrens in Auftrag gegeben hatte.

„Das achtjährige Gymnasium lässt sich nicht schönreden“, erklärte Philologenverbandschef Max Schmidt. „Es hat kaum Rückhalt in Bayerns Bevölkerung.“

Das Volksbegehren haben die Freien Wähler initiiert. Ab heute haben Bayerns Bürger zwei Wochen lang Zeit, sich in Unterschriftenlisten einzutragen. Diese liegen in den Rathäusern auf. Die Freien Wähler fordern die „Wahlfreiheit“ für die Gymnasien – das Schulforum soll demnach selbst entscheiden, ob es das G8 beibehalten oder aber ein G9-Modell einführen will. Damit das Volksbegehren Erfolg hat, müssen sich zehn Prozent der Wahlberechtigten eintragen – rund 950 000 Personen.

SPD und Grüne unterstützen das Volksbegehren nicht, haben aber andere G9-Modelle vorgelegt. Auch der Philologenverband favorisiert ein anderes Modell als die Freien Wähler – er will ein G9 mit G8-Beschleunigungsmöglichkeit für besonders leistungsstarke Schüler. Die CSU lehnt das Volksbegehren ab, ebenso die Wirtschaft, die Verbesserungen im G8 will.

Laut der Umfrage des Verbands der Gymnasiallehrer lehnen 55,5 Prozent der Befragten das G8 ab. Unter Eltern mit Kindern am Gymnasium war die Ablehnungsquote mit 77 Prozent noch höher. Bei der Frage, welchem Reformvorschlag sie am ehesten zustimmten, favorisierten 38 Prozent der Befragten das Modell des Philologenverbands. 17,8 Prozent waren für die Wahlmöglichkeit der Schule zwischen G8 und G9. 10,9 Prozent plädierten für eine weitere Nachbesserung am G8. 27 Prozent hatten keine Meinung – zumeist handelte es sich dabei um ältere Bürger ab 60 Jahren aufwärts. Rechne man nur die Befragten mit einer Meinung zum Gymnasium, so seien fast 80 Prozent für eine G9-Reform, erklärte der Philologenverband. Für die Umfrage hatte das Institut „mifm“ 1002 Personen befragt. 

Dirk Walter

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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