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Die CSU-Fraktion hat in Banz die Reform des Gymnasiums beschlossen.

Ein bisschen G9

G8-Reform: Mehr Freiraum für die Schulen

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Kloster Banz - Es gab kritische Stimmen und lange Diskussionen, am Ende aber herrschte maximale Einigkeit: Die CSU-Fraktion beschließt in Kloster Banz die Reform des Gymnasiums.

Wer dem Kultusminister länger beim Thema Schule zuhört, wird danach gelegentlich von Selbstzweifeln geplagt. Ist das wirklich alles so kompliziert? Ludwig Spaenle spricht von „kleinen Leistungserhebungen“ wenn er Exen meint. Und von „Förderkulissen“, wenn schwächere Schüler im Unterricht unterstützt werden.

Vielleicht bestand in Kloster Banz auch deshalb in der CSU-Fraktion so großer Rede- und Aufklärungsbedarf. Etliche Abgeordnete hatten zum Auftakt der Klausur Zweifel angemeldet – am Ende stimmten aber alle zu. Nicht einmal eine Enthaltung gab es.

Damit hat die CSU auf den Weg gebracht, was Fraktionschef Thomas Kreuzer eine „epochale Entscheidung“ nennt. Horst Seehofer lobt einen „phänomenalen Nachmittag“. Und Spaenle spricht vom „größten Entwicklungspaket des Gymnasiums seit mindestens einem Jahrzehnt“. An den bekannten Eckpfeilern hat die Fraktion nicht mehr gerüttelt. „Mittelstufe plus“ heißt das bei Spaenle.

Pilotphase im kommenden Jahr

Künftig sollen Eltern am Ende der siebten Klasse entscheiden, ob ihr Kind eine drei- oder vierjährige Mittelstufe absolvieren soll. Wie diese konkret angeboten wird, können die Schulen eigenständig vorgeben. Neu ist, dass auch dabei eine Ganztagsoption eingebaut werden soll. Wichtig ist der CSU allerdings die Feststellung, dass das G8 die Regel bleibt, ein G9 in Ausnahmefällen möglich wird.

Mit Prognosen hält man sich zurück, hinter vorgehaltener Hand wird damit gerechnet, dass vielleicht 20 Prozent der Schüler neun Jahre wählen. Im kommenden Jahr soll erst einmal eine Pilotphase starten, ab 2017/18 können dann alle Schulen eigenständig ihr Modell bestimmen.

In der Fraktion hatte es etliche Bedenken gegeben. Einige davon bleiben ungelöst. Vor allem die Kosten: Auf maximal 600 Lehrer schätzt Kreuzer den zusätzlichen Bedarf, der bei einem Start 2017 erst 2021 vorhanden wäre. Da es bis dahin allerdings weniger Schüler gibt, könnten dann mehr Lehrer frei werden.

„Demografische Rendite“ heißt das bei Spaenle. Während Finanzminister Markus Söder nicht noch mehr Geld für neue Stellen ausgeben will, gibt sich Fraktionschef Kreuzer generöser. Ist ja auch noch weit weg.

Schüler sollen öfter projektbezogen benotet werden

Wichtig ist der CSU auch, dass es bei ihrer Reform nicht allein um die Länge der Schulzeit geht. Entscheidend sei, wie man die acht oder neun Jahre inhaltlich gestalte, wiederholt Spaenle gebetsmühlenhaft. Er will zum Beispiel „moderne Formen der Leistungserhebung“. Auf deutsch: Die Schüler sollen öfter auch bei Gruppenarbeit oder projektbezogen benotet werden. Exen werden zwar nicht abgeschafft, es gebe aber den „dringenden Hinweis“ an die Lehrer, solche unangekündigten Prüfungen zu reduzieren. Zudem soll die Möglichkeit geschaffen werden, sich vom alten Stundenplan zu entfernen und auch mal blockweise einzelne Fächer zu unterrichten.

Der CSU ist es wichtig, sich diesmal Zeit zu lassen. Seehofer hat zugegeben, dass das G8 einst „etwas quickie eingeführt“ worden sei. Diesmal geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Auch die Umsetzung der in Banz beschlossenen Eckpunkte kann noch etwas dauern.

Von der Opposition kommt Kritik an den Plänen. Bemerkenswerter ist, wie weit sich die CSU inzwischen vom Philologenverband entfernt hat, der noch im Dezember zum Maß aller Dinge erhoben wurde. Dafür signalisiert der Lehrerverband BLLV jetzt „grundsätzliche Zustimmung“ – ein Verband, der sonst mit der CSU wenig Gemeinsamkeiten pflegt. Offenbar hat man Spaenle dort verstanden.

Mike Schier

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