Teurer als geplant?

G9-Rückkehr: Städte schätzen Baukosten auf 700 Millionen Euro

München – Bayerns Städte bezweifeln die Kostenschätzungen des Freistaats für Schulneubauten und -erweiterungen bei der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. 

Am Ende würden es 600 bis 700 Millionen Euro sein, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Ulrich Maly (SPD), am Donnerstag in München. Die Staatsregierung geht hingegen von 500 Millionen Euro aus. Maly wiederholte die Forderung, dass der Staat den Kommunen die Kosten voll erstatten müsse, die durch die Rückkehr zum G9 entstehen.

Staatliche Behörden gehen davon aus, dass bei einem Gymnasiumsneubau pro Schüler 29.000 Euro anfallen, bei einer Erweiterung 14.000 Euro. Demnach dürfte ein neues Gymnasium für 1000 Schüler nur 29 Millionen Euro kosten. Maly, der auch Oberbürgermeister in Nürnberg ist, sagte, er kenne jedoch kein Gymnasium in dieser Größenordnung, das zu diesem Preis gebaut worden sei. „Das sind eher 40 bis 45 Millionen Euro“, meinte er.

Maly erinnerte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) an dessen Versprechen, den Städten die Kosten nach dem sogenannten Konnexitätsprinzip („wer anschafft, soll auch zahlen“) zu erstatten. Beim Gesetzgebungsverfahrens zum Bayerischen Bildungspaket, das im Sommer im Landtag ansteht, müsse die Kostenerstattung geregelt werden, forderte Maly: „Das Anhörungsverfahren für den Gesetzentwurf muss letztlich eine Regelung bringen, die einen vollen Ausgleich der entstehenden Kosten sicherstellt.“ 2026 sollen die ersten Schüler nach dem wiedereingeführten G9 ihr Abitur machen.

dpa

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