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Ist die jetzige Form des G 8 eine Zumutung für Schüler und Lehrer?

Eintragungsfrist ab 3. Juli

G9-Volksbegehren nimmt Fahrt auf

München – Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) stellt sich als erste große Bildungsorganisation hinter das Volksbegehren der Freien Wähler für die Wahlfreiheit zwischen acht-und neunjährigem Gymnasium.

„Wer das G 8 in seiner jetzigen Form ablehnt, sollte unbedingt beim Volksbegehren unterschreiben“, appellierte der BLLV-Landesvorstand am Donnerstag an seine mehr als 50 000 Mitglieder. „Die meisten Menschen in Bayern sind sich einig, dass die jetzige Form des G 8 sowohl für viele Schüler und Lehrer als auch für die meisten Eltern als Zumutung empfunden wird“, sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel.

Freie Wähler haben nun Verbündeten

Wir wollen einen Volksentscheid, damit bei der wichtigen Frage der Weiterentwicklung des Gymnasiums möglichst viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden können.“ Bislang standen die Freien Wähler mit ihrem Volksbegehren fast allein. Der BLLV ist der erste große Verbündete. Nur das kleine „Bündnis für Bildung in Bayern“ hatte sich zuvor dafür ausgesprochen. Zuletzt aber hatten auch Mitglieder des Bayerischen Philologenverbands Unterstützung signalisiert. Sie befürchten, dass bei einem radikalen Scheitern des Volksbegehrens der Druck auf die CSU erlischt, das Gymnasium zu reformieren. Man müsse „ein gewisses Druckpotenzial“ aufrecht erhalten, sagt auch Verbandschef Max Schmidt.

Eintragungsfrist für Volksbegehren ab 3. Juli

Anders als beim Volksbegehren gegen Studiengebühren haben sich SPD und Grüne den Freien Wählern bis jetzt nicht angeschlossen. FW-Generalsekretär Michael Piazolo reagierte erfreut: „Das gibt uns weiteren Rückenwind für die jetzt anlaufende Kampagne.“ Er sei sicher, dass sich in den nächsten Wochen weitere Verbände und Institutionen anschließen würden. Die zweiwöchige Eintragungsfrist für das Volksbegehren beginnt am 3. Juli. Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen sich zehn Prozent der bayerischen Bürger – mehr als 900 000 Menschen – in die Unterschriftenlisten eintragen. Auch die Staatsregierung hat zugesichert, am Gymnasium etwas zu ändern.

Konzept der CSU nicht erkennbar

Bis jetzt ist auch für Insider nicht erkennbar, welches Konzept die CSU verfolgt. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat sich nicht festgelegt. Er startet nächste Woche den angekündigten Dialog mit der „Schulfamilie und den relevanten gesellschaftlichen Gruppen“, wie ein Sprecher sagte. „Das braucht die entsprechende Zeit“. Ein zweites großes Dialogforum ist für den 21. Juli geplant, danach will die Staatsregierung ihre Eckpunkte vorlegen. Damit steht aber auch fest, dass es bis zum Ende der Eintragungsfrist für das Volksbegehren noch keine Klarheit über die Reformpläne der Staatsregierung geben wird.  

dw/lby

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