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Metzgermeister Konrad R. im Sitzungssaal des Landgerichts in Deggendorf.

Frisch vor Gericht:

Gammelfleisch: Metzger räumt Vorwürfe ein

Deggendorf - Im Prozess um den Handel mit tonnenweise verdorbenem Fleisch hat der angeklagte Metzgermeister alle Vorwürfe eingeräumt. Er erwartet maximal zwei Bewährungsstrafe.

Einzelne Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef zweier Fleischgesellschaften wurden bereits im Rahmen dieser Absprache fallengelassen. Die Staatsanwältin brauchte insgesamt knapp zweieinhalb Stunden, um alle verbliebenen Straftaten aufzulisten. Insgesamt handelt es sich um Hunderte Fälle.

Verdorbenes unter frisches Fleisch gemischt

So soll der Mann Mitarbeiter angewiesen haben, verdorbenes Schweinefleisch unter frischeres Fleisch zu mischen. In anderen Fällen waren Produkte bereits seit Jahren abgelaufen oder es wurde billigere statt der bestellten teureren Ware geliefert. Verteidiger Klaus Gussmann sagte, es handle sich bei den Fällen um einzelne Verfehlungen des Metzgers. Die überwiegende Zahl der Geschäfte des ehemaligen Geschäftsführers sei völlig korrekt gewesen. “Es gab Ausreißer, aber es handelt sich nicht um einen großen Skandal“, meinte der Münchner Anwalt.

Maximal zwei Jahre auf Bewährung und Berufsverbot

Der Verteidiger des Metzgermeisters verlas am Montag vor dem Deggendorfer Landgericht eine Erklärung, wonach alle Anklagepunkte zutreffend seien. Im Vorfeld des Prozesses hatten die Anwälte des Metzgers aus Metten, die Staatsanwältin und das Gericht bereits über ein mögliches Strafmaß verhandelt. Den Mann erwarten damit eine maximal zweijährige Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe und ein bis 2011 dauerndes Berufsverbot.

27 Kunden im In- und Ausland beliefert

Ein 56 Jahre alter Metzgermeister aus Metten musste sich wegen gewerbsmäßigen Betruges, vorsätzlichen Inverkehrbringens von ungeeigneten Lebensmitteln und weiterer Vorwürfe verantworten.

Laut Anklage soll der Mann von 2003 bis 2006 insgesamt 27 Kunden im In- und Ausland ungenießbares Fleisch geliefert haben. Der 56-Jährige soll Mengen- und Qualitätsangaben sowie die Haltbarkeitsdaten manipuliert und so die Abnehmer um insgesamt etwa 100 000 Euro betrogen haben.

Bereits Ende 2006 wurde gegen den Metzger ein vorläufiges Berufsverbot verhängt. Daran soll er sich aber nicht gehalten haben. Er ist daher auch angeklagt, bis Anfang 2008 in 67 Fällen gegen das Berufsverbot verstoßen zu haben.

dpa

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